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Rheinzink will mit Investitionen in zweistelliger Höhe – unter anderem in der Produktion (hier ein Foto aus dem Walzwerk) das Unternehmen mit seinen 400 Mitarbeiterin in Datteln zukunftssicher aufstellen.

Geschäftsführung

Konzernchef von Rheinzink kehrt zurück

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Datteln - Ulrich Grillo übernimmt wieder den Vorsitz der Geschäftsführung bei Rheinzink. Haustarif-Verhandlungen sind am Dienstag gestartet.

Überraschende Rückkehr nach Datteln: An der Spitze der Rheinzink GmbH hat es einen Wechsel auf dem Chefposten gegeben. Christian Dölle, seit Juli 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung im Meckinghover Unternehmen, ist zum 30. September ausgeschieden. Den Posten hat zum 1. Oktober Ulrich Grillo, Vorstandsvorsitzender des Rheinzink-Mutterkonzerns Grillo Werke AG, in Personalunion übernommen.

Es ist binnen kurzer Zeit die zweite überraschende Entwicklung im Süder Unternehmen, das am Standort Datteln rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Wie berichtet, kämpft der Titanzink-Hersteller gegen einen rückläufigen Bauzinkmarkt. Die Folge davon sind weltweite Überkapazitäten und der damit einhergehende Preisdruck. Gleichzeitig steigen die Kosten.

Besonders die Personalkosten erhöhen sich durch die jährlichen Tarifabschlüsse bei Rheinzink um mehr als eine Million Euro. Inzwischen liegen die Personalkosten im Vergleich zu den ausländischen Wettbewerbern nach Angaben von Rheinzink um bis zu 43 Prozent höher. Deshalb ist das Unternehmen nach Angaben von Sprecherin Regina Decker am Dienstag mit der Gewerkschaft IG Metall in Verhandlungen für einen „Haustarifvertrag“ eingestiegen. Ziel ist es, befristet Tarifabweichungen zu vereinbaren, damit Rheinzink angesichts der Marktlage in ruhigeres Fahrwasser kommt.

„Klares Signal“ für den Standort

Führungswechsel und Haustarif – muss man sich Sorgen machen um die Jobs bei Rheinzink? Diese Frage beantwortet Regina Decker im Gespräch mit unserer Redaktion mit einem klaren Nein. Dass Ulrich Grillo zurück nach Datteln kommt, sei vielmehr ein „klares Signal“ seitens der Konzern-Familie für den Standort.

Ulrich Grillo hat bereits ab 2001 acht Jahre lang Rheinzink erfolgreich geleitet und freut sich auf seine neue (alte) Aufgabe. „Als Teilhaber und Familienmitglied liegt mir dieses traditionsreiche Unternehmen besonders am Herzen. Wir werden unsere Möglichkeiten nutzen, durch Investitionen in den nächsten Jahren unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Arbeitsplätze in Datteln sicherer zu machen“, betont Grillo.

Rheinzink plant Investitionen in die Produktionsanlagen

Laut Regina Decker plant Rheinzink Investitionen im zweistelligen Millionen-Bereich, um das ganze Unternehmen so aufzustellen, damit auf Kundenwünsche flexibler reagiert werden kann. Ein Anfang macht der intern als „Halle 17“ bezeichnete Erweiterungsbau. Die neue Halle ist für die Lagerung von sogenannten Großcoils vorgesehen. Das sind aufgerollte Titanzinkbänder in einer Lauflänge von bis zu 3,8 Kilometern.

Diese Großcoils werden entweder direkt an Kunden verkauft oder gehen in den Weiterverarbeitungsprozess bei Rheinzink, wo das Unternehmen aus dem aufgerollten Titanzinkband Endprodukte wie Dach-Entwässerungssysteme, Fassadenverkleidung oder Metalldächer herstellt. Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon nach Ostern beginnen. Man habe aber sehr lange auf die Baugenehmigung warten müssen, so Decker weiter. Jetzt laufen die vorbereitenden Arbeiten.

Rheinzink ist seit mehr als 50 Jahren Hersteller von Titanzink „Made in Germany“ und ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Grillo-Werke AG. Als Anbieter von Systemen für die Dachentwässerung, für Metalldächer und Fassadenbekleidungen ist Rheinzink führend in Know-how und Innovation. Rheinzink hat Tochtergesellschaften und Vertriebsniederlassungen in 30 Ländern und auf fünf Kontinenten. Produktionsort ist Datteln.Weltweit beschäftigt Rheinzink über 700 Mitarbeiter, am Produktionsstandort Datteln sind es 400.

Des Weiteren plant Rheinzink nach Angaben Deckers Investitionen in die Produktionsanlagen. Zur Zeit sei man dort auf die Produktion großer Mengen eines bestimmten Materials eingestellt. Durch Veränderungen will man sich in der Produktion flexibler aufstellen, um je nach Kundenwunsch in kurzer Zeit auch unterschiedliche Produkte herstellen zu können.

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