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Der Saal in der Gaststätte „Lippehof“ ist rappelvoll: Viele ländlicher lebende Dattelner folgen der Einladung von Wirtschaftsförderung und Landwirtschaftlichem Ortsverband, um sich über die Chancen zu informieren, bald per Glasfaserleitung im Internet zu surfen.

Glasfaser in Datteln

Landleben mit Hochleistungsnetz

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DATTELN - Knapp 100 interessierte Anwohner aus den Außenbezirken informieren sich über privatwirtschaftliches Projekt für schnelles Internet.

Wer auf dem Land lebt, kann die Ruhe genießen, muss aber auch Nachteile in Kauf nehmen, besonders, wenn er mit dem Internet arbeiten möchte. Die Datenübertragung dauert häufig eine Ewigkeit. Das soll sich jedoch in Zukunft ändern, nämlich durch das privatwirtschaftliche Verlegen von Glasfaserleitungen. Zu einer entsprechenden Informationsveranstaltung hatten die Wirtschaftsförderung der Stadt und der Landwirtschaftliche Ortsverein am Donnerstagabend in die Gaststätte „Lippehof“ eingeladen. Und der Andrang war riesig: der Saal war mit knapp 100 Interessierten proppevoll.

Dass es mit dem schnellen Internet im Außenbereich nicht funktioniert, hat einen technisch-physikalischen Grund. „Die langen Kupferkabel können die Daten nicht wie gewünscht transportieren“, erläuterte Jan Schrader, Breitbandkoordinator für den Kreis Recklinghausen. Um den gewünschten Erfolg zu erzielen, müssen die modernen Glasfaserverbindungen verlegt werden.

Dieser Ausbau soll mit der Firma Muenet erreicht werden, die Erfolge auf diesem Sektor vorweisen kann, wie Geschäftsführer Patrick Nettels erläuterte. So versorgt das Unternehmen bereits rund 7500 Haushalte im Münsterland, dem Sauerland und in Teilen des Ruhrgebietes mit Glasfaserleitungen. In der besonderen Infrastruktur Dattelns mit vielen Kleinparzellen, Straßen, Wegen und Bachläufen sieht er keine größeren Hindernisse.

Als nächsten Schritt wird Stefan Huxel, Wirtschaftsförderer der Stadt, die Adressen der interessierten Bürger entgegennehmen und anschließend dem Landwirtschaftlichen Ortsverein zuleiten. „Wir werden uns mit dem Betreiber Muenet zusammensetzen und die Stadt Datteln in Teilbezirke, so genannte Polygone, unterteilen“, so der Vorsitzende Heinz Boller. Diese bestehen aus rund 50 Haushalten, von denen aus wirtschaftlichen Gründen mindestens 70 Prozent angeschlossen werden müssen.

Weitere Informationen erteilt Jan Schrader unter Tel. 0 23 66 / 58 38 750, @ emscher-lippe@breitbandkoordination. de. Kontakt zu Wirtschaftsförderer Stefan Huxel: @ S.Huxel@seg-datteln.de

Boller: „Interessierte Bürger im Außenbereich Dattelns sollten sich in den kommenden Wochen überlegen, ob sie über Glasfaseranschlüsse verfügen wollen.“ Spätere Einzelanschlüsse seien aus Kostengründen kaum darstellbar. Stefan Huxel rät, sich bei der Breitbandkoordination zu erkundigen, ob der betreffende Haushalt schon durch den Förderantrag des Kreises Recklinghausen an den Bund abgedeckt sei. Diese Förderung, von der auch die Dattelner Schulen profitieren, dauert jedoch noch länger als die privatwirtschaftliche Option. Dattelner, die nicht per Förderantrag einen Glasfaseranschluss bekommen oder nicht bis weit in das Jahr 2020 warten wollen, müssten bei einem Ausbau durch Muenet dagegen selber in die Tasche greifen und ihre Anbindung an das schnelle Netz bezahlen.

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