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Die Glasfaserkabel sorgen in Datteln für schnelles Internet und werden in Ahsen sogar bis ins Haus verlegt.

Glasfaser in Datteln

Startschuss fällt im zweiten Quartal

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DATTELN - Im zweiten Quartal startet die Telekom in Datteln den Glasfasernetz-Ausbau. Davon profitieren rund 1600 Haushalte.

In Sachen Versorgung mit schnellem Internet hat Datteln seit 2016 deutlich aufgeholt. Aktuell baut Innogy in Ahsen das Netz weiter aus. Rund 300 Haushalte werden spätestens im Herbst 2020 davon profitieren. Und auch die Telekom steht in den Startlöchern. Im zweiten Quartal 2019 beginnt in Teilen von Meckinghoven und Horneburg ebenfalls der Netzausbau. Das bestätigt Kreissprecher Jochem Manz auf Anfrage. Ein Termin für den ersten Spatenstich stehe aber noch nicht fest.

Kreis Recklinghausen ist federführend

Federführend für diese Maßnahme ist der Kreis Recklinghausen, der Anfang 2017 mit allen zehn kreisangehörigen Städten eine Kooperationsvereinbarung zum geförderten Breitbandausbau im gesamten Kreisgebiet abgeschlossen hat. Mit dieser Vereinbarung konnte sich der Kreis erfolgreich um Fördermittel des Bundes und des Landes bewerben, um im gesamten Kreis möglichst viele „weiße Flecken“ – das sind Adressen mit weniger als 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit – zu beseitigen und mit schnellem Internet zu versorgen.

Die insgesamt benötigten Finanzmittel in Höhe von 68,35 Millionen Euro wurden Anfang 2019 von Bund und Land NRW endgültig bewilligt. In Recklinghausen erfolgte bereits der erste Spatenstich. Das Kreisgebiet ist in ein Fördergebiet Nord und ein Fördergebiet Süd mit jeweils zwei Losen aufgeteilt. Das Los Nord 1 umfasst die Städte Dorsten und Gladbeck, Los Nord 2 die Städte Haltern am See, Marl und Oer-Erkenschwick, das Los Süd 1 die Städte Datteln und Waltrop sowie das Los Süd 2 die Städte Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel. Insgesamt werden weit über 11.000 geförderte Glasfaseranschlüsse in den zehn Städten hergestellt. Auch 15 Dattelner Schulen werden im Zuge dieser Maßnahme mit schnellem Internet versorgt.

Die Glasfaseranschlüsse werden als „FTTH“ („fibre to the home“) ausgeführt. Somit werden die gesamten neuen Netze in Glasfaser bis zum Haus- bzw. Wohnungsanschluss gebaut, statt wie bisher üblich auf den letzten Metern mit Kupfer- oder Koaxialkabeln. Mit dem durchgängigen Ausbau in Glasfaser werden die Voraussetzungen geschaffen, den Anschlussnehmern echtes „Breitband“ anzubieten, da mit diesen Netzen grundsätzlich Datenströme im Gigabit-Bereich möglich sind. Die letzte Freischaltung ist für Mitte 2021 vorgesehen, so die Pläne der Kreisverwaltung.

Datteln liegt deutlich vor den Nachbarn

Noch 2016 war Datteln in Sachen schnelles Internet quasi eine Diaspora. Vor drei Jahren waren lediglich rund 5800 Anschlüsse mit mehr als 30 Mbit/s versorgt. Das entsprach 69 Prozent, womit Datteln in 2016 die zweitschlechteste Versorgungslage in der gesamten Emscher-Lippe-Region aufwies. Seitdem wurde durch den Vectoringausbau der Innogy die Breitbandversorgung sukzessiv verbessert. Mitte 2018 verfügten bereits 93 Prozent über einen Anschluss mit mehr als 30 Mbit/s, 68 Prozent über einen Anschluss von mehr als 100 Mbit/s. Die Glasfaserquote lag zu dem Zeitpunkt bei unter einem Prozent. Wenn die Telekom im Zuge des geförderten Ausbaus die rund 1600 Haushalte angeschlossen hat, werden – so die Prognose für 2020 – für mehr als 93 Prozent der Anschlüsse mehr als 100 Mbit/s zur Verfügung stehen, 25 Prozent erhalten sogar über einen FTTH-Anschluss. Mehr als die Hälfte der gewerblichen Anschlüsse wird 2020 mit Glasfaser versorgt sein. Damit wird Datteln im Vergleich zu den Nachbarstädten Oer-Erkenschwick und Waltrop deutlich die Nase vorn haben. Die Breitbandkoordination beim Kreis Recklinghausen empfiehlt Datteln, diese Aufbruchstimmung zu nutzen, um weitere Anschlüsse mit schnellem Internet zu versorgen.

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