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Pommes werden wegen der Dürre kürzer, Möhren länger: Carsten Abenhardt präsentiert eine kleine Auswahl seiner Möhrenarten. Die Möhren links neben der Plastikschale sind wegen der Dürre zu lang gewachsen, um hinein zu passen. Es gibt aber auch Sorten, die besonders klein und dünn (Snackmöhren), oder besonders dick wachsen.

Großproduktion

Super-Sommer bringt XXL-Möhren hervor

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Datteln - Die Möhren wachsen zu lang für ihre Verkaufsschalen. Für Massenproduzent Carsten Abenhardt ist das aber kein Problem.

Auf 5,41 Meter wuchs die längste Möhre der Welt heran. Sie wurde von einem Bauern aus England geerntet. Ein solches Ausmaß weisen die Möhren bei der Dattelner Abenhardt GmbH nicht auf. Während im Hitze-Sommer die Kartoffeln jedoch sehr klein gewachsen sind, schossen die Möhren in die Länge.

„Sie haben mehr Platz im Boden und können dadurch besser wachsen“, erklärt Carsten Abenhardt, Geschäftsführer des Familienunternehmens. „Durch die trockenen Böden im Sommer, mussten sich die Möhren die Nährstoffe und das Wasser tiefer aus dem Boden ziehen und wurden so deutlich länger.“

Durch Hitze und Trockenheit werden weniger Möhren geerntet

Normalerweise pflanzt der Möhren-Gigant, der zu den fünf produktionsstärksten Anbietern in Deutschland gehört, 150 Möhren pro Quadratmeter an. Durch die Hitze und Trockenheit konnten aber nur knapp 100 Möhren geerntet werden. Die vorproduzierten Schalen, die beim Kunden beliebter als Säcke oder Tüten sind, haben aber nur eine Länge von 21 Zentimetern.

Ein Format, in das knapp 15 Prozent der Dattelner Möhren-Großproduktion in diesem Jahr nicht hinein passen. Sorgen müsse er sich darum aber nicht machen. Denn Carsten Abenhardt ist im ständigen Kontakt mit den Unternehmen, die er beliefert, und er kann selbst bestimmen, welche Menge er von seinen mehr als 100 unterschiedlichen Möhren-Artikeln in den Verkauf bringen kann. „In so einem Fall forcieren wir dann über Angebote den Verkauf in Säcken.“

Möhren auf Platz drei der beliebtesten Gemüse-Sorten

Die Schale wecke nach seinen Angaben aber beim Kunden die Vorstellung von einem Premium-Produkt. Zudem sei sie besser kühlbar und handlicher im Verkauf. Dennoch sitzt Carsten Abenhardt mit seinem jungen Team häufig zusammen und diskutiert alternative Verpackungsmethoden. Zudem gibt es auch eine Online-Arbeitsgruppe, die unter anderem den Zweck hat, das Produkt auf dem Markt besser zu platzieren.

Die Möhre ist nämlich auf einem aufsteigenden Ast in Deutschland. Bei 6,5 bis sieben Kilogramm liegt der Pro-Kopf-Verbrauch jährlich. Das ist zwar im Vergleich zum Mittelmeerraum gering, nach der Kartoffel und der Zwiebel ist die Möhre damit aber auf Platz drei der beliebtesten Gemüse. „Ob mein Vater das damals schon gewusst hat?“, fragt sich Carsten Abenhardt.

1950 begann seine Großmutter mit dem saisonalen Anbau, 1975 spezialisierte sich sein Vater dann auf Möhren. Die dritte Generation vertreibt nun Möhren bis Rostock und ins Allgäu. Auf den Weltmarkt hat er es aber nicht abgesehen, setzt lieber auf den regionalen Bezug. Trotz unzähliger Rezepte isst er seine Möhren am liebsten roh und frisch vom Feld.

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