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Dattelns Nummer 7, Nachnahme Heimlich, besorgt hier einen Punkt gegen VfL Telstar Bochum.

Hallensportnutzung

Die Vereinskassen bleiben weiter leer

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DATTELN - Gebührensenkung in Ferien bringt Hallensportlern keine Ersparnisse. Die bleibenden angesprochenen Probleme der Hallensportvereine bleiben bestehen.

Ein Anfang ist gemacht. Wenn es nach den Dattelner Hallensportvereinen geht, dann sind die teilweise Öffnung der Sporthallen in den Ferien und die günstigeren Gebührenpreise (wie berichtet) aber noch nicht das Ende der Verhandlungen mit der Stadt. Für sie bleiben viele der angesprochenen Probleme bestehen. Bürgermeister André Dora hielt Wort: Er versprach im gemeinsamen Gespräch mit dem Verbund aus Hallensportlern, bis Ostern eine Nutzung der Hallen in den Ferien unter besseren Konditionen zu realisieren. Unter der Woche steckten nun die Volleyballabteilung der DJK Eintracht, der TTC BW, der Judoclub und der TSV abermals die Köpfe zusammen, um die neue Ausgangslage zu diskutieren.

Dynamischer Prozess der Gespräche

Kritik gibt es aus ihren Reihen an der Entscheidung, jeweils nur die ersten Ferienhälften zu öffnen sowie die Weihnachtsferien außen vor zu lassen und dafür die Osterferien mit einzubeziehen. Für die Vorbereitung auf den Spielbetrieb sei es genau anders herum effektiver. Bürgermeister André Dora weiß als Hallensportler von der Problematik: „Der Prozess ist dynamisch. Wir sind erst einmal froh, diese Lösung präsentieren zu können.“ Eine Änderung der Hallenöffnung sei in Zukunft also nicht ausgeschlossen.

Die Senkung der Gebühren ermöglicht den Vereinen nun zwar einen Trainingsbetrieb in den Ferien, Einsparungen haben sie dadurch aber keine. „Wir haben dann eher höhere Ausgaben“, sagen die Vereine unisono. Da sie zuvor die Hallen aufgrund der hohen Gebühren in den Ferien nicht genutzt haben, nun aber ein Betrieb möglich ist, zahlen sie noch mehr der im „Pakt des Sports“ verankerten Gebühren. Ihr Aufschrei begründete sich aber vor allem darin, dass die Vereine nach der Einführung der Gebühren im Jahr 2014 nun mit leeren Kassen dastehen. Alle vier Vereine mussten zuletzt ihre Mitgliedsbeiträge erhöhen. Erst am Mittwoch erhöhte der TSV Datteln seine Monatsbeiträge von acht auf neun Euro. Der TTC Blau-Weiß sprang vor drei Jahren von 100 auf 150 Euro im Jahr. Der Judoverein erhöhte auf 11 Euro im Monat, bei den Volleyballern zahlen Erwachsene sogar 12 Euro monatlich. Viele Mitglieder könnten das aus ihrer Sicht nicht nachvollziehen. Erhöhungen würden immer auch mit Austritten aus den Vereinen einhergehen.

Förderungen zulasten der Hallensportler

35.000 Euro zahlt die Stadt seit 2017 pro Jahr an den Stadtsportverband. Davor waren es 30.000 Euro. Das zusätzliche Geld soll für integrative und Jugendprojekte genutzt werden. Der Förderbetrag wurde mit einer Erhöhung der Hallennutzungsgebühr von zwei auf vier Euro gegenfinanziert. Warum aber nur die Hallensportler diese Förderung, von der alle Sportvereine profitieren, finanzieren sollen, bleibt dem Zusammenschluss ein Rätsel. Die Tischtennisspieler legen ihre Zahlen offen: 4700 Euro an Gebühren für die Halle zahlen sie. Das sei so viel wie drei Fußballvereine zusammen. Dora entgegnet, dass die Vereine dafür zum Beispiel nichts in Platzpflege und Strom investieren müssen.

Zweiter Satz im Fünf-Satz-Match

Für die Vereine ist der Betrag aber trotzdem zu hoch. Sie blicken auf faire und konstruktive, wenn auch harte, Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Stadtsportverband zurück. Verwirrung herrschte im Sportausschuss, als Dezernent Dirk Franke erklärt haben soll, mit dem neuen Beschluss sei 99 Prozent des machbaren Entgegenkommens der Stadt geleistet. André Dora relativiert: „Damit waren unsere Möglichkeiten vor den Osterferien gemeint. Wir sind uns einig, dass noch viele weitere Gespräche folgen sollen.“

Sportlich beschreibt Dora es als zweiten Satz in einem Fünf-Satz-Match. So sehen es auch die Vereine. Denn trotz Beitragserhöhungen bleiben die Kassen leer. Und das würde sich auch auf den sportlichen Wettbewerb auswirken.

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