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Auf einem 400 Meter langen Teilstück wird die Lippe zwischen Pelkum und Vinnum entfesselt.

Holz statt Sand

Ein 400 Meter langer Abschnitt der Lippe wird renaturiert

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DATTELN - Schnurgerade fließt die Lippe durch Pelkum. Der Lippeverband wird sie ab heute auf einem 400 Meter langen Teilstück „entfesseln“, damit die Natur wieder die Oberhand gewinnt und sich das Wasser seine eigenen Wege sucht. Auf einem angrenzenden Acker entsteht eine HartholzAue, als Ausgleichsfläche für den Quarzsandabbau in Haltern am See.

Südlich von Vinnum, nordöstlich von Pelkum liegt der Lippestreifen, der bis Ende Februar entfesselt wird. Dort wird das Ufer mit steilen und flachen Abschnitten sowie Ausbuchtungen gestaltet. „Wenn dem Wasser ausreichende Angriffsmöglichkeiten gegeben werden, erleichtert dies die eigendynamische Entwicklung der Lippe“, teilt Lippeverbands-Sprecher Michael Steinbach mit.

Die bestehende Bepflanzung – darunter Weiden, Birken, Esche und Eiche – bleibt erhalten, Totholz wird in den Fluss eingebracht. Boden wird abgetragen und so die Aue etwa einen Meter tiefer gelegt.

Mit dem Abraum werden in dem Fluss zwei bis drei Inseln angelegt und für die Hartholz-Aue, die die Landschaftsagentur Plus auf dem 2,5 Hektar großen Acker plant, genutzt. Mit einem großen Lkw-Verkehrsaufkommen sei daher nicht zur rechnen, so Steinbach.

In der Aue werden ab dem Frühjahr bodenständige Gehölze wie Stieleichen, Hainbuchen, Wildkirschen sowie Feld- und Flatterulmen nach Vorgaben des Forstamtes angepflanzt. „Im Herbst wird die Aue fertig sein, da die Pflanzungen sich über einen längeren Zeitraum ziehen“, so Steinbach.

Die Kosten für die gesamte Renaturierungsmaßnahme belaufen sich auf rund 200 000 Euro.

Die Flächen selbst bleiben dabei in Privatbesitz des Eigentümers, Lippeverband und Landschaftsagentur haben ein Verfügungsrecht. Da Bäume angepflanzt werden, fallen die 2,5 Hektar als Ackerland weg. „Der Landwirt kann es aber, wenn die Bepflanzung erst einmal ein paar Jahre lang angegangen ist, durchaus forstwirtschaftlich nutzen“, sagt Michael Steinbach.

Langfristig, so Lippeverbands-Sprecher Michael Steinbach, werden die renaturierten Flächen von der ebenfalls in Ahsen ansässigen Vogelsang-Stiftung nachhaltig unterhalten.

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