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Die Gründungsfahrt des Dattelner Motorclubs im Jahr 1928: Zahlreiche Kradfahrer treffen sich am Rathaus zur gemeinsamen Ausfahrt. Es ist eines der wenigen Bilder aus der Frühphase des mittlerweile 90-jährigen Vereins.

90 Jahre Motorclub

Mehr als nur „Benzin im Blut“

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DATTELN - Neben dem Gaspedal spielen im Dattelner Motorclub auch Verkehrssicherheit und Heimatkunde eine große Rolle. Heute wird im Hafenrestaurant auf 90 Jahre Vereinsgeschichte zurückgeblickt.

Im Jahr 1928, in einer Zeit, in der Personenkraftwagen noch rar gesät waren, begann die Geschichte des Motorclubs Datteln. Schon seit Jahren gehören die Dattelner Ortsvertreter zu den führenden Kräften in der Touristik-Sparte im ADAC. Auch wenn das Aufheulen eines leistungsstarken Motors ihr Herz höherschlagen lässt, haben die Mitglieder des Vereins mehr als nur „Benzin im Blut“. Am 2. Dezember blicken sie bei einer großen Geburtstagsfeier im Hafenrestaurant auf 90 Jahre Vereinsgeschichte zurück.

Und dieser Einblick in die Frühphase des automobilen Zeitalters gestaltet sich gar nicht so einfach, wie der heutige Vorsitzende Rolf Piszczek verrät. Schriftliche Aufzeichnungen über die Aktivitäten des Vereins sind erst ab 1999 wieder vorhanden. Gewiss ist aber der Tag der Gründung: Am 19. August 1928 trafen sich zahlreiche Kradfahrer aus Datteln vor dem Rathaus zu einer Gründungsfahrt. Im Zuge der voranschreitenden Technologie entwickelte sich der Motorclub in den folgenden Jahren immer mehr zu einem Automobil-Sportclub.

Teilnehmer aus ganz Deutschland

Kurz vor der Jahrtausendwende kam dann ein heutzutage ganz wichtiger Bestandteil des Vereinslebens hinzu: Der erste Heimatwettbewerb des Dattelner Ortsvereins legte den Grundstein für die immer noch sehr aktive Touristik-Sparte der Motor-Liebhaber. „Es sprechen so viele Gründe für einen Wettbewerb, dass es in Datteln höchste Zeit war“, lies sich der damalige 2. Vorsitzende Gerd Hellwig in der Morgenpost zitieren. Der Aufbau des Wettbewerbs war simpel: 16 Suchpunkte, die auf einer Bordkarte eingezeichnet waren, galt es in Datteln ausfindig zu machen. Anschließend mussten drei Fragen zu diesem Ort beantwortet werden. Entgegen der Siegesbedingungen beim Motorsport ging es nicht um Schnelligkeit oder Raserei, sondern vielmehr um das Erkunden der Umgebung und den eigenen Zeitplan - so ist es noch heute. Schon damals waren nicht motorisierte Interessenten nicht ausgeschlossen. Die Punkte konnten auch mit dem Fahrrad, dem Bus oder zu Fuß abgeklappert werden. 107 Teilnehmer aus Hamburg, Wolfsburg, Lübeck oder dem Vest erforschten im Oktober 1999 die Kanalstadt.

In den Fußstapfen des Vaters

Ingo Hellwig, Sohn von Gerd Hellwig, war damals schon mitverantwortlich für die Einführung des Heimatwettbewerbs und ist als stellvertretender Vorsitzender mittlerweile in die Fußstapfen des Vaters getreten. Zusammen mit Rolf Piszczek steuert er den Motorclub nun steil auf das 100-jährige Bestehen zu. Nach Einführung der Touristik-Veranstaltung 1999 haben sich diese Events als sehr praktikabel erwiesen und sind zum Hauptbestandteil des Vereins geworden. Zwei Heimatwettbewerbe führen die Motorliebhaber heutzutage im Jahr durch. Hinzu kommen zwei internationale Stern- und Zielfahrten.

Zudem sind die Dattelner auch im Motorsport aktiv – als Streckenposten. „Prinzipiell können unsere Mitglieder jede Woche zum Nürburgring runter fahren. Helfer werden immer gebraucht“, sagt Piszczek. Als Streckensicherung erleben sie dort verschiedene Events im Motorsport hautnah vom Streckenrand, geben Fahnen-Signale oder müssen im Ernstfall ein Fahrzeug wieder auf die Strecke zurückschieben.

Damit der letzte Streckenabschnitt auf dem Weg zum 100-jährigen Jubiläum aber ohne Panne abläuft, brauchen auch die Motor-Fans Nachwuchs. „Heutzutage gibt es so viele andere Angebote“, weiß Piszczek. Dennoch bemühen sie sich sehr um die Jugendarbeit, wie auch um das Thema Verkehrssicherheit. Seit knapp zehn Jahren verteilt der Verein den ADAC Schulwegratgeber an Vorschulkinder und an Kindertagesstätten, um das Thema in den jungen Köpfen präsent zu machen.

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