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Leonie (re.,16) bekommt von Anke Groß-Heitfeld eine neue Frisur. Ihre Mitschülerinnen beobachten aufmerksam und assistieren.

Jobbörse

Erster Kontakt mit der Arbeitswelt

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DATTELN - Bei der ersten Dattelner Jobbörse durften Haupt- und Realschüler selber Hand anlegen und Ausbildungsberufe kennenlernen.

Der Name war Programm: „F1rst Job – first Contact“ hieß die erste Jobbörse in Datteln. Zielgruppe waren die Schüler der neunten und zehnten Klassen, die kurz vor dem Eintritt in das Arbeitsleben stehen. Vorgestellt bekamen sie die Ausbildungsberufe von der praktischen Seite. So brachten die Dattelner Betriebe Hammer und Meißel, Lockenstab oder einen Roboterarm zum selber Testen in die Realschule mit.

Die 16-jährige Leonie wollte früher Friseurin werden. Mittlerweile plant sie nach der Schule eine Laufbahn als Polizistin. Dennoch war Theo’s Lockenstübchen die erste Anlaufstelle der Realschülerin. „Die Arbeit und das Stylen von Haaren interessiert mich immer noch“, sagt Leonie. Sie ließ sich von Friseurin Anke Groß-Heitfeld Locken machen, während Mitschülerinnen assistierten. „Viele haben sich mit dem Handwerk noch nicht auseinandergesetzt. Die kommen eher wegen der tollen Frisur-Bilder her“, sagt Groß-Heitfeld. Von Leonies Frisur waren am Ende sogar die männlichen Mitschüler begeistert.

Zahlreiche Teilnehmer

In der Realschulküche tummelten sich zur Mittagszeit zahlreiche neugierige Teilnehmer. Fabian Märten vom Landhotel Jammertal stand mit Rat und Tat beim Zubereiten eines Pulled-Turkey-Wraps zur Seite. „Die Falttechnik ist wirklich sehr gut“, lobt der 17-jährige Max. Von dem Zutatenangebot war er zuerst überwältigt, stellte sich dann aber einen Wrap nach seinen Vorlieben zusammen. Märten, der selber erst im ersten Ausbildungsjahr ist, beantwortete zudem die Fragen der wartenden Mitschüler. „Das ist der Gedanke“, sagt Wirtschaftsförderer und Organisator Stefan Huxel, „wir haben uns bewusst für Auszubildende und junge Mitarbeiter entschieden, die ihre Firma präsentieren.“ Diese könnten aus erster Hand berichten und es sei für die Schüler leichter, Fragen zu schwierigen Themen wie Arbeitszeiten und Mitarbeiterstruktur zu stellen.

Azubis fehlen

Weil Auszubildende und Fachkräfte fehlen, haben die Betriebe und Jobbörsen-Veranstalter in der Vergangenheit mächtig an ihrem Konzept und ihrer Präsentation gefeilt. „Ich hab früher nur Flyer in die Hand gedrückt bekommen“, sagt Aylin Gürbüz, die eine Ausbildung im Service des Landhotels Jammertal macht. Sie ist froh, den Schülern nun Falttechniken für Servietten und die richtige Anordnung des Bestecks hautnah zeigen zu können. Die Arbeitsagentur in Recklinghausen veranstaltete in der vergangenen Woche sogar Bewerbungsgespräche im „Speed-Dating“-Format. Bei einer Aufzugfahrt von 40 Sekunden hatte jeder Bewerber Zeit, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

@ Ein Video zur Jobbörse finden Sie unter www.cityinfo.tv/jobboerse-datteln

Die Dattelner Schüler hatten dagegen 15 bis 30 Minuten Zeit an jedem Stand. Bei großem Interesse besteht nun die Möglichkeit, einen Probearbeitstag in dem Betrieb zu absolvieren. Die Arbeitsproben haben vielen Schülern wie dem 15-jährigen Berkant auf dem Weg in ihren ersten Job geholfen. „Mein Bruder arbeitet zurzeit mit 3D-Druckern“, sagt er. Bei der Firma Sentenso druckte er sich eine Halterung für sein Handy und programmierte einen Roboter-Arm. „Ich kann mir auch vorstellen, mit diesen Techniken zu arbeiten“, sagt der Realschüler.

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