Jugendhilfe-Ausschuss

Ausschuss verhindert schnellen Kita-Neubau

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Datteln - Knappe Entscheidung bringt Vorhaben der Verwaltung zu Fall. Der CDU fehlt ein Gesamtkonzept zur Kindergarten-Bedarfsplanung.

Lange Gesichter bei Bürgermeister André Dora und seinen Mitarbeitern: Gerade hatte der Jugendhilfe-Ausschuss den Plan der Stadt, am Ostring eine neue Fünf-Gruppen-Kita zu bauen, mit knapper Mehrheit einkassiert. Und damit die Chancen für 95 Jungen und Mädchen auf einen Kita-Platz im Kindergartenjahr 2020/21 deutlich verschlechtert. CDU, Grüne und Linke stimmten gegen das Vorhaben und hatten am Ende eine Stimme Vorsprung. Zwar wird das Thema nochmals im Rat behandelt, aber dass sich die Fraktionen bis dahin noch umentscheiden, ist sehr unwahrscheinlich.

Dora und Wenzel werben für Pläne

CDU-Sprecher Thomas Benterbusch hatte das Fehlen eines Gesamtkonzeptes moniert. Wie Linke und Grüne erinnerte Benterbusch daran, dass das Thema fehlende Kita-Plätze in Datteln seit mehr als zwei Jahren bekannt sei. Passiert sei aber nichts. „Wir brauchen ein Konzept der Stadt, dass verlässliche Angaben macht, ob die Neubaupläne auch reichen“, so Benterbusch. Auch fehlt der CDU eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, aus der hervorgeht, ob es sich wirklich rechnet, wenn die Stadt nicht selber baut, sondern – wie geplant – die Kita von einem Investor errichten lässt und für 25 Jahre anmietet. Vor der Debatte gab es zunächst eine Entschuldigung des Bürgermeisters wegen der letzten Jugendhilfeausschuss-Sitzung. „Es habe Missverständnisse gegeben, an denen die Verwaltung nicht ganz unbeteiligt war. Es sind Fehler gemacht worden, den Schuh ziehe ich mir an.“ Damit spielte Dora auf die Tatsache an, dass die Verwaltung (wie berichtet) den Beschluss des Jugendhilfe-Ausschusses von September, an der Düppelstraße eine Vier-Gruppen-Kita zu bauen, nicht weiter verfolgt hatte und stattdessen eine neue Kita am Ostring neben Netto bauen wollte – ohne die Politik über diese Neuausrichtung zu informieren. Dass hatte zu massiver Kritik und letztlich zu der gestrigen Sondersitzung geführt. Sowohl Dora als auch Jugendamtsleiter Peter Wenzel hatten nochmals intensiv für den Kita-Plan am Ostring geworben. „Es gibt keine Alternative, wenn wir zusätzliche Plätze im Sommer 2020 anbieten wollen“, so Wenzel. Das Werben war aber vergebens.

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