+
Afrikanisches Kaffeekochen: Das Foto zeigt (v. li.) Bethlem mit ihrer Mutter Yodit Gebremeskel und Samrawit Beyene mit Tochter Elim.

Kaffee-Zeremonie

Ein besonderer Einblick in die afrikanische Kultur

Datteln - Zu einer afrikanischen Kaffee-Zeremonie hatte die Gemeinde St. Dominikus in Meckinghoven eingeladen. Zwei aus Eritrea stammende Familien ließen zahlreiche Interessierte an dieser speziellen Tradition aus der Urheimat der Kaffeepflanze teilhaben.

Samrawit Beyene und Yodit Gebremeskel kamen schon vor einigen Jahren nach Deutschland. Mit ihren Familien flohen sie vor dem Krieg in Eritrea. Seit drei Jahren leben sie nun schon in Meckinghoven, nehmen teil am Gemeindeleben und konnten dort ihr zweites Zuhause finden. Nun zeigten sie ihren neuen Nachbarn einmal etwas aus ihrer alten Heimat.

Zu Beginn der Kaffee-Zeremonie wird zusammen gebetet. In Eritrea wird meist am Wochenende, vor allem sonntags, Kaffee getrunken. Gern auch mit Gästen genießen die Familien dort den selbstgemachten Kaffee. „In unserer Heimat trinkt dann jeder drei Tassen. Diese haben nämlich drei unterschiedliche Bedeutungen. Die erste Tasse steht für Gesundheit. Der Kaffee wird sehr langsam getrunken. Während der zweiten Tasse unterhalten wir uns miteinander. Soziale Konflikte werden besprochen und Probleme diskutiert. Die dritte Tasse Kaffee soll dann einen Segen symbolisieren“, erklärt Samrawit Beyene.

Gäste riechen frischen Kaffeeduft

Gekocht wird der Kaffee auf dem Boden. Dazu werden alle Utensilien auf ein kleines Tischchen gestellt, und die Frauen setzen sich daneben. Zunächst werden die frischen Kaffeebohnen in einer Pfanne über einer kleinen Herdplatte geröstet. Traditionell wird dann die heiße Pfanne einmal herumgegeben, damit jeder Gast den frischen Kaffeeduft riechen kann.

„In Eritrea werden die Bohnen mit der Hand klein gestampft. Hier benutzen wir allerdings eine elektrische Kaffeemühle“, erzählen Yodit Gebremeskel und Samrawit Beyene. Die Bohnen werden zusammen mit heißem Wasser in eine Kanne gegeben. Verschlossen wird diese mit einem Stöpsel, der ebenfalls eine Filterfunktion besitzt. Wenn der Kaffee erhitzt worden ist, lässt der Filter zwar diesen in die Tasse fließen, die zerkleinerten Bohnen bleiben aber in der Kanne.

Popcorn, Fladenbrot und Nüsse gehören dazu

Die Tassen, aus denen der frische Kaffee dann getrunken wird, sind deutlich kleiner als typische Kaffeetassen in Deutschland. „Dafür ist er auch sehr stark. Ich trinke ihn nur mit Milch und Zucker“, berichtet Schwester Josefa von der St.-Dominikus- Gemeinde. „Auch in unserer Heimat kann man, wenn man mag, Milch und Zucker dazu geben. Doch trotz der Stärke des Kaffees ist der Geschmack besonders mild“, ergänzt Samrawit Beyene. Zum Ende der Zeremonie gibt es, wie in Eritrea, für alle Gäste in der Gemeinde, Popcorn, Fladenbrot und Nüsse zu essen – eine schöne Tradition, die mit dem hiesigen „Kaffee und Kuchen“ aber nur wenig gemeinsam hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Überraschende Wendung in Gelsenkirchen: 13-Jährige hat Spritzen-Attacke wohl erfunden
Überraschende Wendung in Gelsenkirchen: 13-Jährige hat Spritzen-Attacke wohl erfunden
Razzia in einschlägigen Betrieben im Kreis Recklinghausen - das haben Zoll und Steuerfahnder sichergestellt
Razzia in einschlägigen Betrieben im Kreis Recklinghausen - das haben Zoll und Steuerfahnder sichergestellt
Der nächste Tankstellen-Überfall - nach diesen Tätern fahndet die Polizei
Der nächste Tankstellen-Überfall - nach diesen Tätern fahndet die Polizei
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
100 neue Jobs an der Werkstraße - Harry-Brot will sich in Oer-Erkenschwick ansiedeln
100 neue Jobs an der Werkstraße - Harry-Brot will sich in Oer-Erkenschwick ansiedeln