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Wo Holger Gutt (li.) und Stephan Scholz stehen, wird im Sommer ein schmutzwasserfreier, naturnah gestalteter Bach verlaufen. Bis dahin müssen die Anwohner an der Baustelle aber mit Schmutz, Lärm und Erschütterungen und die Dümmersiedlung mit einer gesperrten Zechenstraße leben.

Kanalbauarbeiten

Anwohner brauchen starke Nerven

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DATTELN - An der Zechenstraßen-Baustelle rückt der Lippeverband in der kommenden Woche mit schwerem Gerät an. Schwere Kettenbagger werden sich dann im Rahmen der Kanalbauarbeiten am Dümmerbach durch die Erde wühlen.

Seit 5. November ist die Zechenstraße wegen der Kanalbauarbeiten am Dümmerbach gesperrt. Seitdem wird dort gebuddelt. Aber das ist quasi „nur“ der Aufgalopp. In der kommenden Woche rückt der Lippeverband mit richtig schwerem Gerät an. Das erklärt Baustellenleiter Holger Gutt bei einem Gespräch vor Ort mit unserer Redaktion. 40 Tonnen schwere Kettenbagger werden sich dann bis zu drei Meter Tiefe durch das Erdreich wühlen. Die Anwohner im direkten Umfeld werden angesichts von Lärm, Dreck und Erschütterungen starke Nerven brauchen. Soviel steht fest.

Messgeräte an Häusern

An mehreren Häusern im direkten Baustellenbereich sind deshalb auch Messgeräte angebracht worden, die mögliche Bewegungen der Häuser registrieren. „Es wurden von einem Gutachter im Vorfeld vorhandene Schäden an den Häusern aufgenommen. So können wir später dokumentieren, ob sich durch unsere Arbeiten Häuser gesenkt haben oder Risse entstanden sind“, erläutert Gutt.

Beim Baustellenbesuch wird deutlich, warum der Lippeverband von der Überlegung Abstand genommen hat, die Zechenstraße während der Arbeiten nur halbseitig zu sperren. „Es ist dafür einfach zu eng“, sagt Holger Gutt. Es sind nur wenige Meter zwischen den Häusern Platz, um nicht nur die mächtigen Kanalrohre (2,20 Meter Durchmesser) zu verlegen und darüber das spätere Flussbett anzulegen. Es muss noch ein zusätzlicher Kanal verlegen werden, der während der Bauzeit das Areal provisorisch vor Hochwasser schützen soll. Probleme gab es anfänglich mit Passanten, die einfach durch die Baustelle liefen, um sich einen Umweg zu ersparen, berichtet Holger Gutt. Aber das Problem werde sich wohl erübrigen, wenn die Straßendecke abgetragen ist. Das soll bis Ende dieser Woche erfolgt sein.

15 Millionen Euro

Rund 15 Mio. Euro investiert der Lippeverband, um das zwei Kilometer lange Stück des Dümmerbachs sauber zu bekommen. Sprich Schmutz- und Oberflächenwasser von einander zu trennen. Das macht der Verband nicht aus freien Stücken. Es ist vielmehr die Vorgabe einer Wasserrahmenrichtlinie, die der Lippeverband umzusetzen hat. Gutt ist überzeugt, dass sich das Wohnumfeld dort nach Abschluss der Maßnahme mit dem schmutzwasserfreien, ökologisch umgestalteten Bachlauf deutlich verbessern wird. Bis es so weit ist, werden aber Monate vergehen, denn nach der Verlegung der Abwasserkanäle im Boden wird die naturnahe Bachumgestaltung gleich mitgemacht. Das erspart später eine zweite Bauphase.

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