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Nach einer harten Schlacht musste sich Bürgermeister André Dora auch im dritten Jahr den Jecken geschlagen geben.

Karneval

Nasskalte Schlacht um das Dattelner Rathaus

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Datteln - Weder das schlechte Wetter noch der Kamelle-Regen vom Balkon des Rathauses konnten die Narren am Sonntag aufhalten.

Punkt 11.11 Uhr setzen sich Prinz Stefan Luczak I. und die närrischen Truppen der Dattelner Karnevalsvereine am Neumarkt mit großem „Täterätä“ in Bewegung. Er ist fest entschlossen Bürgermeister André Dora im Kampf um das Dattelner Rathaus auch im dritten Jahr seiner Regentschaft zu schlagen. Dora wähnt sich vermutlich noch in Sicherheit, als sich die Jecken, angeführt vom Spielmannszug 1956 Datteln, ihren Weg durch die Altstadt bahnen. Etwaigen Widerstand bricht die nahende Kindergarde zusammen mit der Mittelgarde durch den unerbittlichen Einsatz von Kamelle, die sie in Massen dem am Wegesrand stehenden Volk zuwirft.

Schnell schlagen sich die Bürger auf die Seite der Karnevalisten und schließen sich ihren Truppen an – sehr zur Freude von Prinz Stefan Luczak I. und seinem hoheitlichen Gefolge. Für die anstehende Schlacht konnte Prinz Luczak I. neben den eigenen Truppen der KG Rot-Weiß auch die KG Nachbarschaft Mergelkuhle sowie die KG Blau-Weiß am Stimberg gewinnen. Um 11.40 Uhr ist es dann soweit. Die vereinten närrischen Streitkräfte versammeln sich vor den Türen des Rathauses. Oben auf dem Balkon, noch guter Dinge, steht Bürgermeister André Dora samt seinen Verteidigern. Den Ruf des Karnevalsprinzen, den Schlüssel zum Rathaus herauszurücken, lehnt der Bürgermeister brüsk ab. „Niemals“, ruft er den Jecken entgegen. „Und schon gar nicht kampflos.“ Dora besiegelt in diesem Moment, der Tragweite seines Ausrufs wohl nicht bewusst, sein Schicksal. Stefan Luczak I., auch der Ruhrpott-Prinz genannt, bläst zum Angriff.

Narren belagern das Dattelner Rathaus

Die ersten Kanonenschüsse ertönen. Dora und seine Ratstruppen begegnen der ersten jecken Angriffswelle mit einem Kamelle-Regen. „Schätzelein“, fordert Luczak den Bürgermeister heraus, „ich krieg den Schlüssel ja doch.“ Dora winkt ab und ruft seine Mitstreiter wiederholt dazu auf, das Kamelle-Feuer zu eröffnen. Und wieder ergießen sich Unmengen süßer Leckereien über die Narren. Und die setzen um 11.54 Uhr die nächste Angriffswelle in Gang. Die Mittelgarde bahnt sich ihren Weg durch das Narren-Volk direkt vor die Tore des Dattelner Rathauses, fest entschlossen die Türen nun zu durchbrechen. „Aufmachen! Aufmachen!“, schallt es laut über den Platz. Das süße Dauerfeuer vom Rathaus-Balkon ebbt langsam ab. Dem Bürgermeister scheint die Munition auszugehen. Um 11.58 Uhr muss er sich schließlich den Narren ergeben, die Schlacht ist verloren, alle Gegenwehr war am Ende umsonst. Auf dem Balkon des Rathauses weht die weiße Fahne, die Niederlage ist besiegelt. Unter dem hämischen Gejohle der Angreifer schreitet Dora um 12.02 Uhr gesenkten Hauptes vor den amtierenden Karnevalsprinzen, Stefan Luczak I. und seine Gemahlin Patricia I. Klein, um ihnen den Schlüssel für das Rathaus zu übergeben. Doch auch im Augenblick seiner Niederlage bringt Dora noch den Mut auf, seinem Kontrahenten die Stirn zu bieten. Wie auch in den Jahren zuvor, verweigert der Verwaltungschef die Herausgabe an den Ruhrpott-Prinzen und übergibt den Schlüssel an das Kinderprinzenpaar Tjark I. und Kimberly II..

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