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Nicht jedes Kind bekommt den gewünschten Kita-Platz. Allein im U3-Bereich liegen 398 Anfragen vor für 257 Plätze.

Kindergärten in Datteln

Langes Warten auf einen Kita-Platz

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DATTELN - Krzysztoff Milewski möchte seinen Sohn mit zwei Jahren in den Kindergarten schicken. Aber die Stadt kann ihn nur vertrösten.

Einen Anspruch auf einen Kita-Platz hat der kleine Tobias noch nicht. Den gibt es erst mit drei Jahren. Und Tobias ist erst 18 Monate alt. Sein Vater Krzysztoff Milewski weiß das. Aber er ärgert sich darüber, dass ihm die Stadt nicht sagen kann, ob und wann Tobias einen Platz erhält.

Die Zeit drängt, denn der Junge soll mit zwei Jahren in den Kindergarten gehen, denn Mutter Anna will dann wieder arbeiten. „Von nichts kommt nichts“, sagt der gebürtige Pole, der im Sommer 2017 nach Datteln gezogen ist. Was der 29-Jährige nicht versteht, ist die lange Wartezeit, die nun die Familie verunsichert. Er habe seinen Sohn kurz nach der Geburt Ende 2017 an zwei Dattelner Kitas angemeldet, an der Amandus-Kita am Tigg und im DRK-Kindergarten.

Doch die frühzeitige Anmeldung und auch mehrmaliges Vorsprechen im Jugendamt bringen der Familie keine Planungssicherheit. Krzysztoff Milewski hat die Dringlichkeit deutlich gemacht. „Wir haben hier in Datteln keine Verwandtschaft, keine Oma, die auf unseren Sohn aufpassen kann“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Mitarbeiterin im Rathaus, mit der er spricht, habe ihm zu verstehen gegeben, jede Familie habe eine andere Geschichte. Er hatte den Eindruck, sie glaube, er würde hier etwas erfinden.

Stadtsprecher Dirk Lehmanski kann Familie Milewski nur vertrösten. „Wir können eine Bestätigung für einen Kindergarten-Platz erst verschicken, wenn die jeweilige Kita uns mitteilt, dass ein Platz zur Verfügung steht. Die Entscheidung treffen die Kitas selbst“, so Lehmanski. „Wir wissen, dass das nicht schön ist für die Familie, wenn man so lange auf einen Platz warten muss.“

Familie Milewski ist kein Einzelfall in Datteln. Der Mangel an Kita-Plätzen betrifft Dutzende Familien. Laut Lehmanski stünden im aktuellen Kita-Jahr 257 Plätze für Unter-Dreijährige zur Verfügung. Im Jugendamt liegen allerdings 398 Anfragen von Eltern für einen solch einen U3-Platz vor. 50 Elternpaare schätzen nach Angaben des Stadtsprechers ihren Bedarf als „dringend“ ein. Familie Milewski gehöre dazu.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden“, so Lehmanski. „Wir können aber nicht jeden Bedarf mit Neubauten abdecken. Wir können nicht Kapazitäten aufbauen, die morgen vielleicht nicht mehr benötigt werden.“ Eine Antwort, die Krzysztoff Milewski nicht zufriedenstellt. Denn für seine Familie bleibt nur die Möglichkeit, weiter zu warten und zu hoffen.

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