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ARCHIV - ILLUSTRATION - Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand eines Zimmers am 12.01.2014 in Frankfurt (Oder) (Brandenburg). Bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gibt es keine Entwarnung. Bayerns Familienministerin Emilia Müller (CSU) informiert am 15.11.2017 über eine Kinderschutzambulanz am Institut für Rechtsmedizin der LMU München (Bayern). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Kinderklinik

Klinik plant neues Kinderschutzzentrum

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DATTELN - Mehr als 1000 Kinder kommen jährlich zur Kinderschutzambulanz nach Datteln. Das hat auch Auswirkungen für das Jugendamt der Stadt.

Im Jahr 2011 startete an der Dattelner Kinderklinik die Kinderschutzambulanz mit 124 Fällen. Inzwischen werden jährlich mehr als 1000 Kinder in dieser Einrichtung vorgestellt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Kinder zu deren Schutz in Pflegefamilien aufgenommen werden müssen. Das hat auch Auswirkungen auf das Dattelner Jugendamt, denn entscheidend für die sogenannte Inobhutnahme ist nicht der Wohn-, sondern der aktuelle Aufenthaltsort des betroffenen Kindes. Und das ist eben Datteln, weil die Kinderklinik in der Kanalstadt steht.

Im letzten Jahr kam es in Datteln zu 17 solcher Fälle, wobei aber nicht alle aus dem Bereich der Kinderklinik kamen.

Hohe Fallzahlen sorgen für Ärger

Für das Team des Jugendamtes steht der Schutz der Kinder natürlich an oberster Stelle. Die hohen Fallzahlen sorgen allerdings für zusätzlichen Arbeitsaufwand – und mitunter auch für Ärger. Es komme immer wieder einmal vor, dass sich das Wohnort-Jugendamt bei der Kostenübernahme quer stellt, berichtet Dezernent Dirk Franke im Gespräch mit unserer Redaktion. „Bei der Inobhutnahme gibt es einen gewissen Interpretationsspielraum, wie notwendig es ist, das Kind aus der Familie zu nehmen“, so Franke. Diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen führen mitunter sogar zu juristischen Auseinandersetzungen, um die Kostenübernahme zu klären. „Unabhängig vor der Übernahme der Kosten für die Unterbringungen in Pflegefamilien bleibt der Personalaufwand in jedem Fall bei uns auf dem Deckel“, so Dezernent Dirk Franke weiter.

Planung eines neuen Kinderschutz-Zentrums

Jetzt plant die Kinderklinik Datteln die Errichtung eines neuen Kinderschutz-Zentrums. Hier sollen von Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch betroffene oder bedrohte Kinder interdisziplinär an einer Stelle mit den für sie nötigen Leistungen versorgt werden. Da spielt auch das Jugendamt natürlich eine Rolle. Seitens der Kreis-SPD gibt es im Zusammenhang mit diesen Plänen eine Initiative, dass der Kreis dort die Einrichtung einer Stelle für einen Kinderhilfe-Koordinator finanziert, da Kinder aus dem gesamten Kreisgebiet die Klinik als Anlaufstelle nutzen. Der Vorschlag liegt nun bei der Kreisverwaltung zur Prüfung auf dem Tisch.Dies würde das Dattelner Jugendamt ein Stück weit entlasten. Folglich wird seitens der Stadt diese Initiative auch sehr begrüßt. Die unmittelbare Nähe eines Jugendamtsmitarbeiters in dem Zentrum habe aber auch für die betroffenen Kinder und einen wichtigen Vorteil, betont Franke.

Unterbringung bei Pflegefamilien hat Priorität Wenn im Falle der Kindeswohlgefährdung ein Kind aus der Familie herausgenommen werden muss, hat die Unterbringung in einer Pflegefamilie Priorität vor der Aufnahme in ein Heim. In Datteln gibt es neben den normalen Pflegefamilien auch sogenannte Notfall-Pflegefamilien, die sofort Kinder aufnehmen können. Im letzten Jahr zählte die Stadt Datteln 78 Pflegekinder, sechs davon waren volljährig. 108 Kinder, davon 25 Volljährige, waren in einem Heim untergebracht. 2017 gab die Stadt Datteln 3,5 Mio. Euro für die Heimunterbringung aus. Die Betreuung in Pflegefamilien kostete die Stadtverwaltung rund 700.000 Euro.

Wenn ein Mitarbeiter der Jugendhilfe unmittelbar in den Untersuchungsprozess und die Fallprüfung eingebunden ist, mache es das für die Kinder wesentlich einfacher, als wenn ein Mitarbeiter aus dem Jugendamt noch von extern angefordert werden müsste.

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