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Nicht jedes Kind bekommt den gewünschten Kita-Platz. Allein im U3-Bereich liegen 398 Anfragen vor für 257 Plätze.

Kita in Datteln

Scherbenhaufen und Enttäuschung

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DATTELN - Nach dem Aus für den Kita-Neubau am Ostring herrscht Ratlosigkeit.

Michael Suntrup, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats (JAEB), macht aus seiner Enttäuschung über die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses, keine neue Kita am Ostring zu bauen, kein Geheimnis. „Zweieinhalb Jahre haben wir das Thema beackert und stehen jetzt immer noch beim Punkt Null“, so der JAEB-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Er empfiehlt den Eltern der 138 Kinder, für die nach den Ferien ein Kita-Platz fehlt, sich bei ihren Ratsvertretern mal zu melden.

Ratlos im Rathaus

Wie berichtet, hatte der Jugendhilfeausschuss mit knapper Mehrheit gegen den Vorschlag der Stadt Datteln gestimmt, eine Fünf-Gruppen-Kita am Ostring neben Netto von einem Investor bauen zu lassen, um im Kita-Jahr 2020/21 rund 100 zusätzliche Plätze anbieten zu können. Wie diese Lücke nun kurzfristig geschlossen werden kann, kann sich Michael Suntrup nicht vorstellen. Genauso wenig wie Bürgermeister André Dora. Im Rathaus herrscht nach dem überraschenden Nein zum Kita-Neubau Ratlosigkeit. Dora spricht von einem „Scherbenhaufen“, aber auch „von eigenen Versäumnissen im Rathaus“. Nach der Ausschusssitzung gab es sofort ein Krisentreffen. „Wir haben aktuell keinen anderen Standort, an dem in der Kürze der Zeit eine solche große Zahl von Kita-Plätzen geschaffen werden kann.“ An der Planung an der Düppelstraße – hier soll eine Vier-Gruppen-Einrichtung entstehen – halte man fest. Das werde aber frühestens in zwei Jahren etwas, so Dora weiter. Und es müssten dabei noch einige Brocken hinsichtlich der problematischen Verkehrsanbindung aus dem Weg geräumt werden.

Auf der Suche nach Übergangslösungen

Was der Stadt nun bleibt, um zumindest den 49 Eltern mit dringendem Bedarf einen Platz nach dem Sommer anbieten zu können, sind Übergangslösungen. Das könnte nach Angaben Doras eine Container-Lösung sein, auf die er aber wenn eben möglich verzichten möchte. Angedacht ist, bis zum Sommer in den Räumen der ehemaligen Mosaikschule in Hagem 30 Plätze zu schaffen. Nach Angaben von Jugendamtsleiter Peter Wenzel hat die Stadt auch einen Anbau am städtischen Bewegungskindergarten als Option (24 Plätze). Das sei aber nur eine mittelfristig umsetzbare Lösung. Wenzel hadert mit der Kritik aus der Politik, es gebe kein Handlungskonzept im Rathaus. Die Politiker, die dies jetzt gefordert hätten, hätten die Bedarfsplanung der Stadt vor Kurzem noch abgesegnet.

„Wieder eine Chance vertan“

Für Michael Suntrup steht fest, dass mit dieser Entscheidung wieder eine Chance vertan wurde, neue Kita-Plätze zu schaffen. Der JAEB-Vorsitzende findet den Standort Ostring sehr gut. „Mit Blick auf eine mögliche neue Bebauung am Ostring macht es in jedem Fall Sinn, dort eine neue Kita zu bauen. Da ist ein Stück weit in die Zukunft gedacht worden.“ Sollte der Standort nicht zum Tragen kommen, will Suntrup in der nächsten Sitzung darauf drängen, dass fieberhaft nach einem zweiten Standort neben der Düppelstraße gesucht wird. Denn endlich habe auch die Verwaltung eingesehen, dass der Bau nur einer neuen Kita nicht ausreicht. André Dora jedenfalls will bis zur Ratssitzung versuchen, die Gegner der Ostring-Kita zu einem Umdenken zu bewegen. „Im Interesse der Kinder und deren Eltern. Dieser Standort ist für eine kurzfristige Lösung alternativlos.“

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