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ARCHIV - 18.04.2016, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: ILLUSTRATION - Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden. (zu dpa "NRW will zweites kostenfreies Kita-Jahr einführen" vom 08.01.2019) Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Kitas in Datteln

Kita-Neubau hat noch eine Chance

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DATTELN - Wenn alle Ratsmitglieder am Mittwoch an Bord sind, sieht es nach einer 20:19-Mehrheit für den Neubau am Ostring aus.

Hans Joachim Herber (UBP) tritt im Stadtrat als Fraktionsloser weniger in Erscheinung als die anderen Parteien. Aber am Mittwoch bei der nächsten Ratssitzung könnte er zum Zünglein an der Waage werden und mit seiner Stimme den Kita-Neubau am Ostring durchsetzen.

Wie berichtet, hatte der Jugendhilfeausschuss mit den Stimmen von CDU, Grünen und Linken sowie zwei sachkundigen Bürgern gegen das Projekt gestimmt. Aber am Mittwoch deutet alles auf eine denkbar knappe 20:19-Mehrheit zugunsten des Neubaus hin, wie unsere Umfrage ergab. Wenn alle Ratsmitglieder an Bord sind. Denn nach jetzigem Stand werden neben der SPD (16 Stimmen), und der FDP/DSP-Fraktion (2) auch Bürgermeister André Dora und eben Hans Joachim Herber für die Kita am Ostring stimmen.

"Dicker Hals" wegen Kita-Planung

Peter Amsel (FDP/DSP) und Hans Joachim Herber sind beide im Jugendhilfeausschuss nicht vertreten. Doch sie sind sich ihrer Verantwortung für die Kinder und Eltern in Datteln bewusst, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion betonen. Beide haben allerdings auch einen dicken Hals hinsichtlich der bisherigen Kita-Planung der Stadtverwaltung. Das ganze bisherige Verfahren sei ein Witz, so Herber. „Es ist nicht mehr nachzuvollziehen, was sich die Stadt an Fehlern erlaubt. Ich kann verstehen, dass CDU, Linke und Grüne sauer sind.“ Peter Amsel moniert, dass der Bedarf an Kita-Plätzen seit langer Zeit bekannt sei. Aber passiert sei nichts. Dass der Beschluss zum Bau einer Kita an der Düppelstraße aus September von der Stadt nicht weiterfolgt wurde, sei „skandalös“. Amsel und Herber sind sich einig, dass trotz aller berechtigten Kritik an der Stadt jetzt aber eine Entscheidung für die Kinder nötig sei. Deshalb führe an dem Bau der Kita am Ostring kein Weg vorbei, so die beiden Ratsherren.

Denn die dort geplante Fünf-Gruppen-Einrichtung mit 95 Plätzen ist die einzige Möglichkeit, bereits im Sommer 2020 zusätzliche Plätze zur Verfügung zu stellen. Möglich wird das, weil die Stadt die Kita von einem Investor auf dessen Grundstück neben dem Netto-Markt bauen lässt und dann für 25 Jahre anmietet. Ein privater Investor ist im Gegensatz zur Stadtverwaltung als Bauherr nicht an bestimmte Fristen und öffentliche Ausschreibungen gebunden und kann deutlich schneller agieren.

10. April, 16 Uhr, öffentliche Ratssitzung, Stadthalle

Wermutstropfen: Die Stadt muss in diesen 25 Jahren rund 2,3 Mio. Euro Miete (plus jährliche Mietsteigerungen von 1,5 Prozent) zahlen, von denen das Land nur rund 820.000 Euro übernimmt. Dafür muss sich die Stadt Datteln dann allerdings nicht um die Gebäudeinstandhaltung kümmern.

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