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Liebt das Wandern: Aribert Grytzan.

Kleiner Verein mit großen Plänen

Zum Wandern nach Datteln

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DATTELN - Aribert Grytzan hat ein großes Ziel: Er möchte Datteln und die Region als Wanderrevier bekannter machen. „Wir haben hier keine Berge oder Bastei, aber auch unsere Region hat ihre Reize. Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken.“

Mehr Wanderfreunde als Touristen nach Datteln locken, das ist Grytzans Ziel. Wobei sein Wanderverein, die Haard-Trapper, in den vergangenen Jahren schon eine Menge erreicht hat.

Vier ausgeschilderte Wanderwege mit unterschiedlichen Streckenlängen betreuen die Trapper. Strecken an den Kanälen, in der Haardt und durch die Steverauen (siehe Info). „Seit 2006 haben fast 30 000 Wanderer unsere Wanderwege genutzt“, sagt Grytzan. Dokumentiert ist das über Startkarten sowie Wanderstempel, die es an den Start- und Zielorten gibt. „Die Leute kamen aus ganz Deutschland, aus Flensburg, aus Pforzheim, aus Dörfern in Thüringen…“ Und viele waren begeistert von Datteln und Umgebung – vom Schleusenpark, den Steverauen, den Kanälen. „Wir haben hier schöne Orte“, sagt Grytzan. Etliche der Gäste blieben über Nacht, schauten sich auch Sehenswürdigkeiten im Revier und im Münsterland an, weiß Grytzan: das Bergbaumuseum Bochum, das Römermuseum Haltern, den Westfalenpark, Burg Vischering…

30 internationale Wandertage mit Tausenden Teilnehmern von nah und fern haben die Trapper in den vergangenen Jahrzehnten veranstaltet. 25 Jahre lang in Datteln, seit fünf Jahren in Olfen. Es gab Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Nutzung einer Sporthalle als Start- und Zielort zwischen den Trappern und der Dattelner Stadtverwaltung. „Aber ich will da nicht nachkarten“, sagt Grytzan. Dass die Stadt mit einer Broschüre für einen Wanderweg am Kanal wirbt, ohne zu erwähnen, dass dieser Weg die „Blaue Acht“ der Haard-Trapper ist, ärgert Grytzan dann aber doch.

Mehr als 60 Mitglieder haben die Haard-Trapper, Wanderfreunde aus Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen. Nach einem Wanderboom zur Jahrtausendwende „schwächelt das Hobby zurzeit etwas“, sagt Grytzan und klagt: „Es kommen keine jungen Leute nach.“ Der schärfste Konkurrent des Wanderns sei das Internet, meint er. „Viele haben doch kein Interesse mehr an gemeinsamem Naturerlebnis. Die beschäftigen sich lieber mit dem Computer.“ Grytzan würde seine Wanderstiefel gegen kein Laptop der Welt eintauschen. „Mit Menschen zu tun zu haben und die Natur zu erleben“, das ist es, was ihn am Wandern so fasziniert.

Kontakt zu den Dattelner Wanderfreunden: Aribert Grytzan, Tel. 02363/31765

Rund 20 Mal im Jahr chartern die Trapper einen Reisebus und fahren zu anderen schönen Wanderrevieren in Deutschland oder Nachbarländern. Grytzan schwärmt von der Heidewanderung bei Loenen in den Niederlanden. „Wir reden immer von der Lüneburger Heide, aber da wanderst du einen Hügel hinauf und siehst Erika bis zum Horizont…“ Die letzte Fahrt des Jahres führt die Haard-Trapper am 29. November in den Luftkurort Kirchen an der Sieg. Und nächstes Jahr geht‘s natürlich munter weiter – auf schönen Wegen in Datteln oder weit, weit weg.

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