Kontroverse

Schulen fühlen sich allein gelassen

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Datteln - Das Thema Schulsozialarbeit in Datteln wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Die Stadt weist die Kritik zurück.

Anfang des Jahres sorgte unsere Berichterstattung über geplante Kürzungen im Bereich der Schulsozialarbeit an Dattelner Schulen für politische Aufregung.

Demnach sollten ursprünglich 20,5 von insgesamt 171,5 Stunden gekürzt werden. Seitdem versucht die Stadt, dieses brisante Thema herunterzuspielen und lässt durch den Fachdienstleiter für Kinder, Jugend und Familie, Peter Wenzel, erklären, dass die Verwaltung die Arbeit durch Projektarbeitsstunden und die Erhöhung der Koordina-tionsstunden sogar noch ausgeweitet habe. Weitere Belege dafür wollte der Beigeordnete der Stadt Datteln, Dirk Franke, im Jugendhilfeausschuss beibringen. Dort erklärte er, die Stadtverwaltung habe den Etat der Schulsozialarbeit nicht gekürzt und das Stellenkontingent von 4,7 Stellen sogar auf 4,9 erhöht. Man habe sich bei der Stellenbelegung an den Bedarfen der Schulen orientiert, so Franke. Bei den betroffenen Schulen stoßen diese Aussagen allerdings auf Unverständnis. Unisono melden sogar die Schulen, deren Stunden erhöht wurden, dass die von ihnen gemeldeten Bedarfe bei weitem nicht gedeckt seien. Franke begründete dies im Ausschuss damit, dass Schulleiter dazu neigten, für sich immer das Beste haben zu wollen, dadurch aber Personal unnötig binden würden. „Anpassen scheint bei der Verwaltung zu bedeuten, nach unten weg zu kürzen“, kommentiert der Chef der Dattelner CDU, Thomas Benterbusch, die Ausführungen Frankes.

Schulleiter melden höheren Bedarf

Schon im Januar hatte die Schulleiterin der Hauptschule Hachhausen, Rita Vetter, ihre Unzufriedenheit hinsichtlich der geplanten Kürzungen zum Ausdruck gebracht. Die daraufhin von Stadtsprecher Dirk Lehmanski angekündigte Erhöhung der Schulsozialarbeitsstunden an der Hauptschule – im Zuge eines Personalwechsels soll es eine Aufstockung um fünf auf dann 19,5 Stunden geben – schien ein kleiner Erfolg zu sein. Doch auf erneute Nachfrage teilt Rita Vetter mit, dass die Stelle für Schulsozialarbeit nach wie vor gar nicht besetzt sei. „Ich bekomme auch keine Rückmeldung seitens der Stadt auf meine Anfragen“, so die Schulleiterin. „Ich fühle mich da ehrlich gesagt etwas alleine gelassen.“ Auch die kommissarische Schulleiterin der Gustav-Adolf-Schule, Mareike Koch, meldet, dass die Stunden für Schulsozialarbeit an ihrer Schule definitiv gekürzt wurden. „Von ursprünglich 34 Stunden bleiben uns nur noch 26. Die Schulsozialarbeiterin kommt somit nur noch an drei Tagen in der Woche“, so Koch.

CDU und Linke wollen nicht locker lassen

Der Vorsitzende und Fraktions-Chef der Dattelner CDU, Thomas Benterbusch, hatte während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses angekündigt, dass seine Partei sich nicht mit Budgets auseinandersetzen will, sondern mit Bedarfen. „Immerhin geht es um unsere Kinder“, so Benterbusch. Den Einwand Frankes, dass die Stadt Datteln im prozentualen Vergleich mit anderen Städten im Bereich der Schulsozialarbeit besser aufgestellt sei, weist Benterbusch zurück. Es gehe ganz konkret um die Schulen in Datteln, Vergleiche mit anderen Städten brächten daher auch keine Lösung. Ähnlich sieht es auch die Stadtverbandschefin der Linken in Datteln. „Wir sind mit den Erklärungen von Dirk Franke nicht zufrieden. Wir kritisieren, dass die Stadt offensichtlich nur mehr Zeit in die Verwaltungsarbeit investieren will“, so Petra Willemsen.

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