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Die Zahl der bei der Polizei registrierten Wohnungseinbrüche ist 2018 auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren zurückgegangen. Vier von fünf Fällen konnten aufgeklärt werden.

Kriminalität in Datteln

Herausforderung durch neue „Brennpunkte“

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DATTELN - Weniger Kriminalität – gleichzeitig mehr Straftäter gefasst: Im Jahr 2018 arbeitete die Kriminalpolizei effektiver als zuvor.

Die Straftaten in Datteln und Köln zu vergleichen, wird schon allein durch die Anzahl der Einwohner ein kompliziertes Unterfangen. „Zum Glück haben wir einen Quotienten, mit dem wir dies können“, sagt Holger Haufmann, Leiter der Kriminalpolizei bei der Kreis-Polizeibehörde. Gemeint ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl, die am Mittwoch von der Kreispolizeibehörde im Zuge der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 veröffentlich wurde.

Diese gibt die gemeldeten Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner an und dient als Gradmesser der Gefährdung durch Kriminalität. „Und da ist Datteln deutlich unter dem Landesschnitt und damit vergleichsweise sicher“, gibt Haufmann an.

Die Hälfte der Straftaten aufgeklärt

2070 Straftaten wurden im Jahr 2018 in Datteln gemeldet. Das sind immerhin 122 weniger als im Vorjahr und sogar ganze 1108 Fälle weniger als im negativen Rekordjahr 2009. Diesen Rückgang verbucht Holger Haufmann als Erfolg, steckt die Polizei doch eine Menge Personal und Arbeit in die Kriminalitätsprävention. Dennoch muss die Kripo den Erfolg ihrer Arbeit vor allem daran messen lassen, wie viele Straftäter sie überführt hat, wie hoch also ihre Aufklärungsquote bei den Straftaten ist. 2018 konnte sie 54,3 Prozent der Kriminalfälle in Datteln aufklären: eine Verbesserung. Im Vorjahr wurde nicht einmal jeder zweite Fall geklärt, die Quote blieb knapp unter der 50-Prozent-Marke.

48 Wohnungseinbrüche gab es in Datteln: Nur in 14,6 Prozent dieser Fälle konnte die Polizei auch einen Täter fassen. Das hält auch die Polizei für wenig. „Wir peilen eigentlich einen Wert von über 16 Prozent an“, erklärt Haufmann. Für Datteln ist diese Zahl derweil sogar Verbesserung, denn im Vorjahr waren es noch 72 Wohnungseinbrüche, von denen nur 8,3 Prozent aufgeklärt wurden.

Diebstähle sind zugleich der größte Block an Straftaten in der Kanalstadt. 711 Fälle waren es im vergangenen Jahr. Während bei Wohnungseinbrüchen und Ladendiebstählen jedoch rückläufige Zahlen präsentiert werden konnten, haben die vermeintlich kleinkriminellen Taschendiebstähle zugenommen. „Es gibt natürlich Verlagerungen. Ich kann nicht behaupten, dass Straftäter, die nicht mehr in Wohnungen einbrechen, keine anderen kriminellen Aktivitäten ausüben“, sagt Holger Haufmann.

Die geringen Gesamtzahlen in Datteln – 2018 waren es 48 (2017: 37) – würden aber auch zu Schwankungen führen. „2012 waren es immerhin noch 78“, sagt Haufmann. Die Aufklärung dieser Fälle gestaltet sich nach Aussage des Leiters der Kriminalpolizei jedoch schwierig. Oftmals wüssten die Opfer beim Erstatten der Anzeige gar nicht mehr, wo die Tat stattgefunden hat. Auch eine Täterbeschreibung gebe es nur in seltenen Fällen. Die Aufklärungsquote liegt knapp über zwei Prozent – es wurde also genau ein Taschendiebstahl im Jahr 2018 aufgeklärt.

Den zweiten großen Brocken in der Dattelner Statistik bildet die Straßenkriminalität, vorwiegend Fahrraddiebstähle und aufgebrochene Autos. Auch hier sind die Aufklärungsquoten sehr gering. Während die Fahrraddiebstähle 2017 noch mit 95 einen neuen Tiefstand erreichten, stiegen die Vorfälle in 2018 hingegen wieder auf 112 an. „Die Entwicklung bleibt aber dennoch positiv“, sagt Haufmann und verweist auf traurige 314 Fahrraddiebstähle im Jahr 2012.

Enkeltrick und falsche Polizisten

Generell müsse sich die Polizei laut Haufmann immer wieder auf neue „Brennpunkte“ einstellen. Rückläufige Wohnungseinbrüche seien auch mit besseren Schutzvorrichtungen und Präventionsarbeit zu erklären. Neue Herausforderungen seien dagegen Trickbetrüger, die sich als falsche Polizisten ausgeben, oder per „Enkeltrick“ an das Geld von älteren Menschen herankommen wollen. „Da müssen wir noch mehr Präventionsarbeit leisten“, meint Haufmann. Allzu lange würde es dann aber nicht dauern, bis Langfinger oder Trickbetrüger neue Maschen entwickeln, um an das Geld der Bürger zu kommen.

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