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Heinz Boller hofft auf ein ausgewogenes Verhältnis von Licht, Wasser und Wärme in diesem Jahr.

Landwirte in Datteln

Mutter Natur schreibt die Gesetze vor

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DATTELN - Dass die tropischen Temperaturen im letzten Jahr nun Landwirte auf die Idee bringen könnten, Südfrüchte wie Orangen anzubauen, daran glaubt Heinz Boller vom landwirtschaftlichen Ortsverein nicht.

Heinz Boller ist ein Mann klarer Worte. „Der Klimawandel ist erst mal Fakt“, sagt er. „Das erleben die Landwirte nämlich hautnah.“ Ob es sich nun um eine natürliche Warmzeit handle oder ob der Klimawandel menschengemacht ist, darüber möge man streiten, erklärt Boller.

„Dennoch bleibt aber die Frage, was wir machen können, um ihn nicht noch weiter zu befeuern.“ Die Landwirte seien es gewohnt sich an die Natur anzupassen, sagt Boller.

„Beim Getreide haben wir heute zum Beispiel zehn bis 15 Wachstumstage mehr, als noch vor 30 Jahren“, so der Ortsvereinsvorsitzende. „Damals hat man den Mais im Mai angepflanzt, heute fangen die Landwirte damit teilweise schon Mitte April an.“ Das Hauptproblem im letzten Jahr sei nicht die zu große Hitze gewesen, sagt Boller. Auch die Gesamtniederschlagsmenge an Regen sei im Grunde ausreichend gewesen. „Nur die Regenverteilung war unglücklich, da es in den Wachstumsmonaten keine Niederschläge gab.“ Wichtig sei für eine gute Ernte das richtige Verhältnis von Temperaturen zu Sonnenlicht und Wasser. „Die Nährstoffe können von der Pflanze nur aufgenommen werden, wenn sie vorher im Wasser aufgelöst wurden“, erklärt Boller. Bauern haben eine Beziehung zu ihrem Land.

Neben dem Klimawandel sieht Boller vor allem ein Problem in der Globalisierung und der damit einhergehenden Spekulation auf Lebensmittel. „Ein Bauer aus Datteln muss sich bei seinen Planungen an den Börsen in Paris und Chicago orientieren und mit internationalen Mitbewerbern konkurrieren“, sagt Boller. „Und wenn es um Preise geht, dann erfolgt das am Ende rein über die Masse.“ Monokulturen seien also auch eine Folge eines völlig übersättigten Marktes und des daraus entstehenden Konkurrenzdrucks. „Ein Bauer, der sein Land in familiärer Tradition erlangt hat und diese auch fortführen will, ist natürlich daran interessiert, die Natur zu erhalten und zu schützen“, so Boller. „Die haben eine Beziehung zu ihrem Land. Einem landwirtschaftlichen Großbetrieb ist das am Ende egal. Für den zählt nur der Profit.“

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