Lippe Bad Lünen

Sechsjähriger Dattelner schwebt nach Sturz von Sprungturm in Lebensgefahr

Datteln - Ein sechsjähriger Dattelner war am Donnerstag vom Sprungturm des Lippe Bad in Lünen auf den Boden gestürzt. Er schwebt in Lebensgefahr, doch es gibt Anzeichen von Hoffnung.

Viele Gäste hatten am Donnerstag den Feiertag zum Besuch des Bades an der Lünener Konrad-Adenauer-Straße genutzt. Um 11.45 Uhr passierte dann das Unfassbare: Ein sechsjähriger Junge aus Datteln wollte auf den Drei-Meter Turm klettern. „Von Kollegen weiß ich, dass er wohl im oberen Teil der Leiter zu Fall gekommen ist und auf den Boden stürzte“, schildert Grunenberg. Wie die Polizei erklärte, sei von einem Unfall auszugehen.

Ein Schwimmmeister, der sich in unmittelbarer Nähe befand, habe sofort geholfen, den Verletzten stabilisiert und die Rettungskräfte gerufen. Auch Rettungshubschrauber Christoph 8 war im Einsatz. Nach Auskunft der Polizei von Freitag, besteht noch immer Lebensgefahr. Die Kurve gehe aber leicht nach oben. Am Tag nach dem Unfall erklärte Dr. Achim Grunenberg, Geschäftsführer der Bädergesellschaft Lünen, die das Lippe Bad betreibt: „Es tut uns unendlich leid. Wir hoffen, dass es dem Jungen bald besser geht.“

Lippe Bad wurde sofort geräumt

„Um die Arbeit der Rettungskräfte sicherzustellen, wurde das Bad sofort geräumt“, so Grunenberg. Nach seinen Informationen sei alles sehr geordnet verlaufen. Die Gäste des gut besuchten Bades hätten sehr verständnisvoll reagiert. Eine Schwimmerin habe sogar geholfen. Der Vater des Jungen musste mitansehen, wie sein Kind stürzte. Er wurde ebenfalls von den Rettungskräften betreut. Ein Seelsorger war vor Ort.

Sprungturm blieb nach Unglück gesperrt

Nach dem Unglücksfall blieb das Lippe Bad am Donnerstag geschlossen. „Es war eine sehr belastende Situation“, erklärte Grunenberg. Die Mitarbeiter wären nicht mehr in der Lage gewesen, weiterzuarbeiten. Am Freitag war wieder ganz normal geöffnet. Der Sprungturm blieb aber gesperrt. Einen solchen Vorfall habe es in den acht Jahren seit Bestehen des Bades noch nicht gegeben, so Grunenberg. Jährlich nutzen 220.000 Besucher den Schwimmbereich. Es sei schon mal zu Kreislauf- oder Herzproblemen im Wasser gekommen.

Nach einer internen Regelung dürfe der Drei-Meter-Turm genutzt werden, sobald Schwimmer das Seepferdchen hätten. Das würde in anderen Bädern auch so gehandhabt. Nach Informationen von Grunenberg habe der Junge dieses Schwimmabzeichen gehabt.

Die Bädergesellschaft werde den Unfall am Montag genau analysieren. „Wir werden ihn auch zum Anlass nehmen, die Sicherheit im Bad zu überprüfen“, so Grunenberg. In der Zwischenzeit habe er versucht, die Eltern zu erreichen. „Die Situation geht uns allen sehr nahe.“

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