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321 Dattelner Viertklässler wechseln im kommenden Schuljahr an eine weiterführende Schule. Die Dattelner Realschule muss dabei einen deutlichen Verlust bei den Neuanmeldungen verkraften.

Mehr Personal muss eingestellt werden

Schulsozialarbeit: Ein Runder Tisch als erster Schritt

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DATTELN - Die Stadtverwaltung will beim Thema Schulsozialarbeit jetzt enger mit den Schulen zusammenarbeiten.

Die im letzten Jahr angekündigten Kürzungen bei der Schulsozialarbeit um 20,5 Stunden sorgten für Empörung bei Dattelner Lokalpolitikern, enttäuschten aber vor allem die Schulleiter.

Jetzt ist offenbar Bewegung in die Sache gekommen. Im Rathaus hat – auch ausgelöst durch unsere Berichterstattung – ein Umdenken stattgefunden. Bis zu viermal im Jahr will die Verwaltung die Schulleiter zu einem runden Tisch einladen. Ziel ist es, die Schulsozialarbeit im Rahmen der zur Verfügung stehenden Stunden optimal zu gestalten. Zwei Treffen haben bereits stattgefunden.

Der Bedarf ist vorhanden

„Verwaltung, Schulen und Politik sind sich einig, dass für den optimalen Zustand mehr Personal eingestellt werden müsste“, räumt Bürgermeister André Dora ein. Dafür fehle leider das Geld. Frank Bernhard, Leiter der Städtischen Realschule, sagt, er habe Verständnis dafür, dass die finanziellen Mittel der Stadt begrenzt seien. Gleichwohl bestehe dennoch ein Bedarf an den Schulen, der noch lange nicht gedeckt ist. „Natürlich wollen wir für unsere Schulen das Beste herausholen“, sagt Bernhard. „Nicht, weil wir bevorzugt behandelt werden wollen. Der Bedarf ist einfach vorhanden.“

„Der Runde Tisch ist ein Anfang“, sagt die Leiterin der Hauptschule Hachhausen, Rita Vetter. „Endlich sind wir im Dialog mit der Stadt. Das fehlte bisher einfach.“ An der Hauptschule existierte Schulsozialarbeit bislang nur als Posten auf dem Papier, sehr zum Ärger von Rita Vetter. Sie fühlte sich oftmals von der Verwaltung im Stich gelassen. Das hat sich nun geändert. Seit dem 2. Mai ist Diana Friedrichs als Schulsozialarbeiterin im Einsatz.

„Ich führe täglich Erstgespräche“

Wie groß der Bedarf an der Hauptschule ist, bekam auch sie schnell zu spüren. „Schon nach meinen ersten Besuchen in den Klassen meldete sich direkt eine ganze Reihe von Schülern, die Gesprächsbedarf anmeldeten“, sagt sie. „Ich führe täglich Erstgespräche.“ Klar definiert hat der Gesetzgeber bis heute nicht, welche Leistungen Schulsozialarbeit beinhaltet. Das macht es den Kommunen schwer, die genauen Bedarfe festzulegen. Sicher ist jedoch, dass der Bedarf an den Schulen steigt. Und diese Bedarfe seien so unterschiedlich wie die Gesellschaft selbst, sagt Diana Friedrichs. „Die Palette reicht von klassischen Streitigkeiten während der Pausen bis hin zu ganz privaten, sehr intimen Problemen“, sagt sie. Sie müsse dann von Fall zu Fall entscheiden, wie das weitere Vorgehen aussieht. „Ich bin nicht an feste Vorgaben gebunden“, erklärt sie. „Nur wenn eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt, dann muss ich den Fall an die entsprechenden Stellen weitergeben.“

Ein weiteres Ergebnis des Runden Tisches ist, dass die weiterführenden Schulen ein Kontingent von 15 Projektstunden für die Schulsozialarbeit an die Grundschulen abtreten. „Wir waren uns einig, dass dort vor allem präventive Arbeit sinnvoll sind und so forciert werden sollten“, sagt Frank Bernhard.

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