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Werner Wälter und Nicole Larisch entsorgen eine Hängerladung Tannengrün in den Strauchschnitt-Container am neuen Recyclinghof.

Müllabladen ohne Stau

Praxistest am neuen Recylinghof

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DATTELN - Eine Woche ist der neue Betriebs- und Recyclinghof an der Emscher-Lippe-Straße jetzt in Betrieb. Am ersten Samstag wollten wir wissen: Wie läuft’s denn? Ein Praxistest im Selbstversuch.

Erste Station: Die Kreuzung Castroper Straße/Emscher-Lippe-Straße. Mancher befürchtet, dass es dort vermehrt Verkehrsprobleme geben wird. Vor allem, wenn in der Erntezeit zusätzlich Laster von Landwirten zum Raiffeisenmarkt und zurück rollen. Ab 2015 oder später könnte auch Kraftwerksverkehr hinzukommen. Anträge, dort einen Kreisverkehr zu bauen, sind gescheitert. Die Ampelkreuzung ist ein Nadelöhr.

Aber: ich komme gut durch. Es ist vergleichsweise wenig los auf der B 235 an diesem Samstagvormittag. Mit mir kommen aus Richtung Stadt weitere vier Pkw bei einer Grünphase auf der Linksabbiegespur weiter. Ich lasse das blaue Betriebshofgebäude, ehemaliger Sitz der Fensterfirma Dörmann, rechts liegen und biege 200 Meter weiter in die Zufahrt zum Recycling ein.

Eine Tüte voll Batterien und einen kaputten Wasserkocher habe ich im Kofferraum. Vor den 16 Müllcontainern steht das „Pförtnerhäuschen“ der Recyclinghofmitarbeiter. Daneben ein Stopp-Schild und ein Rottweiler aus Plastik.

Mitarbeiter Ralf Richter erklärt mir, in welchen Container mein Wasserkocher gehört und dass ich die Batterien am Umweltbrummi am Ende der Containerreihe abgeben soll. Der Brummi steht dort aber nur zweimal im Monat. Zahlen muss ich nichts. Am Gerücht, eine Kofferraumladung Müll koste immer 20 Euro, egal, was man bringt, ist offensichtlich nichts dran.

An den Containern parken schon drei Wagen, zwei mit Anhänger. Aber es geht zügig weiter. Die Fahrspur ist breit genug zum Überholen, und auch Platz zum Abstellen der Autos gibt‘s genug.

In der ersten Woche sei wenig los gewesen, sagt Recyclinghofmitarbeiter Ralf Richter und tippt aufs schlechte Wetter als Grund. Samstagfrüh waren zehn Autos auf einen Schlag da. „Am alten Standort hätten wir dann schon Stau gehabt“, sagt Betriebshof-Chefin Annegret Kobe.

„Ich finde das sehr gut hier“, lobt Albert Jander, der ausrangierte Schlafzimmermöbel in Einzelteilen in einen Container wuchtet. Der Betriebshof sei zwar teurer geworden und dadurch habe „die Reputation“ gelitten, weiß Jander, aber schnell abladen statt im Stau zu stehen – das findet er gut.

5,5 Millionen Euro kostet der neue Hof den Steuer- und Gebührenzahler. Die Stadt sah sich gezwungen, den alten Standort an der Industriestraße aufzugeben – wegen einer Anwohnerklage und wegen der Verkehrsprobleme dort.

Auch Nicole Larisch und Werner Wälter freuen sich, ohne Wartezeit dranzukommen. Sie laden eine Anhängerladung Tannen-Schnitt ab. „Das ist aus den Baumkronen an unserem Haus an der Amtshausstraße herausgebrochen“, erzählen sie. „Beim Sturm.“

Ich entsorge den Wasserkocher, gebe die Batterien am Umweltbrummi ab. Und runter vom Hof. Das ging flott. Auch an der Kreuzung Castroper Straße/Emscher-Lippe-Straße komme ich wieder gut weg. Vergleichsweise wenig los am Samstagvormittag. Wenn das immer so wäre, gäb’s nichts zu meckern.

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