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Rechnen mit der Fertigstellung der Obdachlosen-Unterkunft zur Jahresmitte: die städtischen Mitarbeiter Dirk Rogge, Klaus Hinze und Katharina Druske (v.li.)

Obdachlosen-Unterkunft

Erhebliche Verzögerung am Bau

DATTELN - Vor knapp einem Jahr hat die Stadtverwaltung mit dem Umbau der Obdachlosen-Unterkunft an der Hachhausener Straße begonnen. Doch fertig ist das Ganze noch lange nicht. Es gibt Probleme mit Firmen.

Zunächst trug sich die Stadt mit dem Gedanken, das baufällige Gebäude, in dem seit Jahrzehnten Obdachlose untergebracht werden, abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Aber ein neues Haus im Außenbereich, da spielte die Bezirksregierung nicht mit. Also begann die Stadt im Januar, den Bau zu entrümpeln und komplett zu entkernen.

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass der Umbau nach rund einem Jahr abgeschlossen sein sollte. „Er wird aber wohl jetzt erst Mitte 2019 fertig sein“, erklären Katharina Druske und Klaus Hinze von der Stadtverwaltung Datteln.

Firma erscheint gar nicht

Ihren Angaben zu Folge bereitet der Auftragsboom im Handwerk der Stadt bei der Beendigung des Umbaus Probleme. Gewerke mussten mehrfach ausgeschrieben werden. Beauftragte Firmen kamen einfach nicht, dann musste ein Mahnverfahren mit entsprechender Wahrung von vorgeschriebenen Fristen in Gang gesetzt werden. Oder die Stadtverwaltung selbst hat Firmen zu anderen städtischen Baustellen beordert, zum Beispiel zum Umbauvorhaben für die Gesamtschule, weil hier mehr Zeitdruck im Kessel war.

Platz für 20 Personen

Beim Gang durch den Rohbau wird aber schon jetzt deutlich, dass die neuen Wohnungen für Obdachlose kein Vergleich sind zu den bisherigen Wohnverhältnissen. Zwölf Wohnungen entstehen an der Hachhausener Straße mit unterschiedlichen Größen und Zuschnitten zwischen 25 und 50 Quadratmetern. 20 Personen finden dort Platz, es gibt Einzel- und Doppelzimmer- sowie Familien-Wohnungen.

Stadt investiert 750000 Euro

Alle bekommen eine kleine Küchenzeile und haben einen eigenen Sanitärbereich, die Duschen waren vorher noch im Keller. 750.000 Euro investiert die Stadt dafür. Zuschüsse gibt es keine. Seit 2014 ist die Zahl der Obdachlosen angestiegen. Vor vier Jahren lag sie bei 14 Personen, 2018 waren es 30 Personen, darin eingeschlossen sind sieben Personen, die durch einen Brand obdachlos wurden. Aktuell sind die Obdachlosen im Flüchtlingsheim an der Markfelder Straße untergebracht.

Den klassischen Tippelbruder gibt es in Datteln nicht, sagt Dirk Rogge vom Dattelner Ordnungsamt. Vielmehr muss die Stadt Wohnraum vorhalten für Menschen, die von Wohnungsnot bedroht sind oder die vom Vermieter vor die Tür gesetzt wurden. „Wer einmal einen negativen Schufa-Eintrag hat, für den wird es immer schwieriger, noch einen neuen Mietvertrag zu bekommen“, so Dirk Rogge weiter. Die Wohnungsbaugesellschaften seien da knallhart.

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