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Die Tage des städtebaulichen Schandflecks am Schemm sind gezählt. Der Autohandel verschwindet. An seine Stelle treten hochwertiger Wohnraum und Arztpraxen. Die Pläne präsentierten (v.li.) Planerin Alyssa Schnier, Wirtschaftsförderer Stefan Huxel, Vermcon-Geschäftsführer Oliver-Tom Schliemann, Stadtplaner Andreas Beilein, Makler Andreas Rüttershoff und Wolfgang Menkowski von der Initiative Datteln. Baustart ist 2019.

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Schemm: Schöner wohnen statt Einkaufstempel

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Datteln - Auf dem Rottmann-Gelände am Schemm entsteht hochwertiger Wohnraum in Kombination mit Arztpraxen. Der Baubeginn ist für 2019 geplant.

Das seinerzeit geplante Einkaufszentrum auf dem Schemm hat die Stadt in zwei Lager gespalten. Während die einen darin eine wichtige Belebung des Einkaufsstandortes sahen, haben andere das Zentrum als Totengräber des Dattelner Einzelhandels bezeichnet. Nun, seit 2016 ist das Thema nach Bürgerbegehren und Ratsentscheid begraben. Dafür liegt jetzt ein neuer Plan auf dem Tisch. Und der birgt keinerlei Zündstoff mehr. Auf dem sogenannten Rottmann-Gelände am Schemm, auf dem zur Zeit ein Autohandel ein tristes Dasein fristet, entsteht hochwertiger, innenstadtnaher Wohnraum in Kombination mit Arztpraxen und Pflegedienst.

Das Herforder Unternehmen Vermcom hat das knapp 5000 Quadratmeter große Areal gekauft und will binnen der nächsten zwei Monate den entsprechenden Bauantrag im Rathaus einreichen. Diskussionsbedarf besteht dafür nicht. Wie Dattelns neuer Stadtplaner Andreas Beilein bei der Vorstellung der Pläne erläuterte, deckt sich das Bauvorhaben mit den Vorgaben des gültigen Bebauungsplans (Wohnen und Mischgebiet).

Fünf Gebäude werden zwischen Ahsener Straße, An der Amandusbrücke und dem Schemmparkplatz entstehen, vier davon dreigeschossig, eines zweigeschossig. Die Bauten wurden in U-Form angeordnet, dadurch entsteht im Innenraum ein schöner, begrünter Platz. Die Wohnanlage wird ohnehin mit viel Grün versehen und erhält eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen, wie Vermcom-Geschäftsführer Oliver-Tom Schliemann erklärt.

Immobilien-Makler begrüßt die Entwicklung auf dem Schemm

Die Zufahrt erfolgt von der Straße An der Amandusbrücke. 16 hochwertige Eigentumswohnungen – allesamt barrierefrei – mit einer Größe von 75 bis 80 Quadratmetern sind vorgesehen sowie vier sogenannte Servicewohnungen für die Tagespflege. Immobilien-Makler Andreas Rüttershoff begrüßt diese Entwicklung auf dem Schemm.

Genauso wie Wolfgang Menkowski von der Initiative Datteln, die seinerzeit gegen das Einkaufszentrum zu Felde gezogen war. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da. In Datteln fehlen rund 400 Wohnungen“, so Rüttershoff. Für Menkowski ist Wohnen in der Innenstadt eine sinnvolle Nutzung. Andreas Rüttershoff will schon im November mit der Vermarktung der Wohnungen und der geplanten drei Arztpraxen beginnen.

Zu Quadratmeterpreisen wollte Geschäftsführer Schliemann noch keine Angaben machen. Genauso wenig wie zu der Höhe der Gesamtinvestition. Das müsse die genaue Bauplanung ergeben. Mit dem Baustart rechnet Schliemann im Laufe des kommenden Jahres. Insbesondere die erforderlichen Bodengutachten, für die die Kreisverwaltung zuständig ist, könnten das Projekt zeitlich nach hinten schieben.

Zunächst müssen Bodengutachten her

Diese Gutachten sind erforderlich, weil auf dem Rottmann-Gelände mit dem heutigen Autohandel und der früheren Tankstelle zwei Unternehmen ansässig waren, die unter Umständen für Kontamination im Boden gesorgt haben könnten. Ziel aber sei es, so schnell wie möglich zu starten.

Für die Initiative Datteln ist es im Zuge des Bauprojektes wichtig, dass die Zufahrt zum wichtigen Innenstadtparkplatz am Schemm während der ganzen Zeit erhalten bleibt, betont Menkowski. Apropos Parkplatz: Für die Neugestaltung des städtischen Areals ist von der Stadt ein Fachbüro mit der Überplanung des Parkplatzes beauftragt worden. Laut Beilein ist es ausdrücklicher Wunsch der Stadt, dass die Planer verschiedene Varianten entwerfen, die dann mit Bürgern und Politik diskutiert werden können.

Wirtschaftsförderer Stefan Huxel betonte in dem Zusammenhang, dass die Stadt im Zuge der künftigen Innenstadtgestaltung – auch am Schemm – mit maximaler Transparenz arbeiten will, um die Bürger bei den Vorhaben mitzunehmen. Anders, als es vor Jahren mit dem gestrandeten Einkaufstempel der Fall war.

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