Planungsbüro

Quartiers-Manager sollen Dattelner Innenstadt voranbringen

Datteln - Drei Quartiers-Managerinnen sind im früheren Tchibo-Lokal anzutreffen und warten auf Anregungen der Bürger zur Verbesserung der Innenstadt.

Am 1. Juni sind Annika Siebert, Nina Schlüter und Ute Ellermann vom Dortmunder Planungsbüro Stadtraumkonzept als Quartiers-Managerinnen gestartet. Erklärtes Ziel: Die Dattelner Innenstadt nach vorne zu bringen. Jetzt haben sie auch ein eigenes Büro – das frühere Tchibo-Lokal an der Hohen Straße. Und dort haben sie schon viele Gespräche mit Bürgern geführt, die reinkommen, um Vorschläge und Anregungen für die City-Entwicklung zu machen. „Ein zweiter Metzger, ein Geschäft für Männermoden und ein Elektronikmarkt sind Wünsche, die immer wieder genannt werden“, sagt Annika Siebert.

Bis Ende des Jahres werden die drei Frauen im Tchibo-Lokal anzutreffen sein. Anschließend werden sie für einige Monate in ein anderes Ladenlokal ziehen. Grundidee ist es auch, durch die eigene Präsenz auf freie Flächen hinzuweisen und diese zu zeigen: „Bei uns ist eigentlich fast immer Betrieb. Einkaufende kommen kurz rein, um eine Idee für ihre Stadt loszuwerden oder wir haben Termine mit Eigentümern, Organisationen oder anderen Netzwerkern – eine gute Gelegenheit, um einen Laden zu präsentieren und Interesse an ihm zu wecken. Also werden wir öfter mal umziehen“, sagt Projektleiterin Annika Siebert.

Ein für die Bürger wichtiges Thema ist der Schemm

Das Thema, das die Dattelner zurzeit wohl am meisten zu beschäftigen scheint, ist nach Eindruck der Quartiersmanagerinnen der Schemm. Nach den Streitigkeiten der Vergangenheit soll es dort nun endlich konstruktiv weitergehen – so der allgemeine Tenor. Und das wird das Team gemeinsam mit der Stadtverwaltung tun. Von dem bereits für weitere Planungen reservierten Geld soll nun eine Entwurfsplanung für den Schemm in Auftrag gegeben werden. Das Team bereitet zurzeit die Ausschreibung vor. Im Spätherbst gibt es Entwürfe zu sehen.

Am 6. September ist eine Stadtteilkonferenz vorgesehen. Bürgerbeteiligung wird ohnehin groß geschrieben. Alle Akteure sollen in den Planungsprozess für die City intensiv eingebunden werden, damit die neue Planung breiten Anklang findet – und nicht wie zuletzt von diversen Interessengruppen „zerschossen“ wird. Ein weiteres großes Thema, so Siebert im Gespräch mit unserer Redaktion, scheint der Verkehr in der Innenstadt zu sein.

Soll die Fußgängerzone weiter verkürzt werden und für Radfahrer und Pkw geöffnet werden? Darüber gab es bereits intensive Diskussionen, insbesondere auch über die Situation am Tigg. Daher bereitet das Team nun ein Mobilitätskonzept vor, fasst zudem das Leitbild „Grün und Wasser“ für die Innenstadt zusammen und kümmert sich um das Einwerben von Fördermitteln für die Bauprojekte der nächsten Jahre. Konzepte gab es für die City zwar schon vorher viele. Aber ohne Konzept gibt es kein Fördergeld, macht Annika Siebert deutlich.

Kleinere Verbesserungen bereits in den nächsten Monaten

Um überhaupt an Fördergelder zu kommen, war die Einsetzung eines Quartiersmanagements eine Grundvoraussetzung. 300.000 Euro für drei Jahre beträgt das Auftragsvolumen. 80 Prozent der Summe kommen als Förderung von der Bezirksregierung Münster. „Im nächsten Jahr möchten wir gerne eine große Entwurfsplanung für den Innenstadtbereich beauftragen. Dafür schaffen wir jetzt die Grundlagen“, sagt Annika Siebert. Kleinere Verbesserungen könnte es schon in den nächsten Monaten geben. Möglich macht das ein Verfügungsfonds – ein Budget für kleinere Projekte im Innenstadtbereich. Zum Beispiel für Sitzmöblierung oder Blumenkübel vor den Geschäften.

50 Prozent der Kosten steuert das Quartiersmanagement bei, die andere Hälfte müsste zum Beispiel von den Kaufleuten kommen. Siebert sieht hier die Chance, privates Engagement finanziell zu fördern. Was größere Bauprojekte angeht, da wird es länger dauern. Das hängt auch vom zeitlichen Vorlauf ab, bis Fördermittel bewilligt werden. Frühestens im Herbst nächsten Jahres könnten Förderzusagen auf dem Tisch liegen.

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