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Emil Bosse (li.) bekommt von Poetry-Slam-Moderator Wolfgang Tänzer den Goldenen Bücherwurm überreicht.

Poetry-Slam

Emil Bosse schnappt sich Goldenen Bücherwurm

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DATTELN - 130 Zuhörer lauschen gespannt den Worten der Teilnehmer beim neunten Poetry-Slam im Bücherwurm. Acht Slammer kämpften um den Goldenen Bücherwurm.

Auch der neunte Poetry-Slam im Bücherwurm fand sein Publikum, ausverkauft hieß es schon Wochen vorher. 130 Zuhörer wollten die acht Slammer und ihre Texte hören und wählten zum Schluss ihren Favoriten: Emil Bosse.

Lange vor dem Einzug der Slammer in den Bücherwurm nehmen die Zuschauer ihre Plätze ein. Gastgeber Wolfgang Tänzer und Moderator Christofer Rott freuen sich, denn auch im dritten Jahr läuft der Poetry-Slam rund. Kurze Abfrage Rotts nach Neulingen in der Schlacht der Worte und er staunt: Ein Drittel des Publikums ist zum ersten Mal dabei und wird wie die weiteren Mithörer nicht enttäuscht. Schnell haben die Slammer ihre Reihenfolge ausgelost und starten nach der obligatorischen Verbal-Einlage von Rott.

Slammer beeindrucken mit Worten und Gedanken

Marie Gdaniec aus Düsseldorf stellt sich auf die kleine Palettenbühne und beeindruckt mit ihren Gedanken. Sie möchte nicht stundenlang vor Schuhregalen stehen und überlegen, welche passen könnten. Sie geht einfach barfuß und bleibt sich selber treu. Sie erhält 44 Punkte, ein Erfolg.

Eberhard Kleinschmidt aus Braunschweig ist zum zweiten Mal dabei. Der pensionierte Professor sinniert über das rastlose Leben und die Angst, etwas zu verpassen. Er würde sich gerne von der Zeit trennen und sich in Augenblicken verlieren.

Tuna Tourette spricht über seine Nachbarschaftsbegegnungen im Hausflur. Dazu gehört auch die mit einem Nazi, dem er den rechten Weg zeigen möchte. Er lädt ihn in sein Zuhause ein und ein Wortspiel der besonderen Art beginnt, das Zwischenapplaus erntet.

Vivien Mügge spielt im ernsten Fach mit. Sie startet mit ihrem Text gleich ins Finale durch. Ihr „Jedes Mal zu viel“ berührt und bewegt und gibt die Situation einer Frau wieder, die sich so kleiden möchte, wie es ihr gefällt, ohne dass sich jemand an ihr vergreift.

Andi Substanz hinterlässt einen bleibenden Satz: „Unterschiedliche Gesichtspunkte sind auch nur Sommersprossen.“ Seine Ansichten und Fragen zum Sinn des Lebens machen deutlich, dass die wahren Werte hintenanstehen.

Michael Schumacher tritt zum zweiten Mal in Datteln an und beschreibt in einem Szenario, wie ein Bürgerkrieg in Deutschland „richtig Spaß machen könnte“. Das Publikum hat Spaß und vergibt 41 Punkte. Lena Meckenstock spricht in ihren vorgegebenen sechs Minuten über das Timing im Leben und ihre Magersucht, die eine ganz eigene Zeitrechnung bei ihr auslöste.

Emil Bosse tritt als letzter Slammer an und erhält für seinen Matilda-Text, der von der Unterschiedlichkeit der Menschen erzählt, 49 Punkte: „Jeder hat das Recht auf sein eigenes Geschlecht.“ Mit ihm ziehen Vivien Mügge und Andi Substanz ins Finale ein. Die drei Slammer geben noch einmal alles, kämpfen sich Wort für Wort in die Köpfe der Zuhörer. Sie begeistern mit ihren Verbal-Attacken, laden zum Lachen oder Nachdenken ein, ernten Zwischen- und Schlussapplaus.

Emil Bosse holt sich den Preis

Der nächste Poetry-Slam „Kanalknotenpunkt“ am Freitag, 5. Juli, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, in der Buchhandlung Bücherwurm, Castroper Str. 33, Karten gibt es für 8 Euro ab sofort im Bücherwurm.

Aber es kann nur einen Gewinner geben und der heißt nach diesem bewegenden Abend: Emil Bosse. Der Mann mit der schwarzen Strickmütze blickt lachend auf seinen Preis, den „Goldenen Bücherwurm“ und genießt den besonderen Moment. Der erste Poetry-Slam in diesem Jahr hinterlässt viel Kopfkino, im Juli geht es weiter.

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