Polizei sucht Zeugen

Böller in der Nacht

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DATTELN - Seit Monaten knallt es in den Nachtstunden in der Stadt. Über Facebook beschweren sich überwiegend Dattelner, die in der Innenstadt und entlang der Castroper Straße bis Meckinghoven wohnen, über „Böller“. Die Polizei konnte bisher niemanden fassen, bittet um die Hilfe der Bürger.

Aus dem Beisenkamp kommen Berichte, dass sich nachts auf dem Parkplatz am Ende der Herdieckstraße junge Leute mit ihren Autos treffen. „Dort knallte es schon häufiger“, so der anonyme Hinweis. Meistens würden die Böller ab ca. 22 Uhr gezündet.

Aber auch im Zechenwald seien die jungen Leute vornehmlich im Sommer mit ihren Autos von der Einfahrt am Centro-Med aus unterwegs. Die Polizei sei darüber schon mehrmals informiert worden. „Ich denke, da fahren ein paar Leute hin und her und knallen mal hier, mal da rum, um die Leute zu ärgern“, so der „Beisenkämper“.

Corinna Gooden schreibt: „Hier am Hochhaus hört es sich an, als ob es aus dem Wald kommt. Meist knallt es zwischen 1 und 3 Uhr nachts, selten auch eher gegen 23 und 24 Uhr. Hört sich für mich ziemlich nach Böllern an, da es einmal laut knallt und dann etwas nachhallt.“ Jasmin Brandt meint: „Heute Nacht hat es sich angehört, als würde einer den Südring langlaufen und mit einer Waffe immer wieder zwei bis drei Schüsse abgeben.“

Auch aus dem Hagemer Feld kommen Beschwerden. Murat Caglar wohnt an der Teiheide und schreibt: „Das ist so laut, dass meine Kleine davon wach wird.“ Ähnliche Berichte gibt es von der Marktstraße, Aachener Straße in der Innenstadt und auch vom Datteler Berg. „Wir hören das in der Bacchusstraße jeden Abend nach 22 Uhr“, so eine Dattelnerin.

Detlef Weißmüller und Inge Menger Glockzin denken an (ihre) Katzen, Hunde und andere Tiere, die aufgeschreckt und verängstigt werden.

Geböllert wird anscheinend entlang der Castroper Straße bis nach Meckinghoven. „Hört man auch regelmäßig so gegen 23 Uhr auf der Castroper Straße in Höhe von Opel… Es nervt echt“, schreibt eine Frau bei Facebook. In der Nähe des ehemaligen Toom-Baumarktes ist es ähnlich: „Hunde flippen regelmäßig aus.“ Und auch im Haus Dieckmann sind meistens freitagsabends, aber auch unter der Woche Böller zu hören.

Die Polizei hatte seit September 14 Einsätze wegen Ruhestörungen mit „Pyrotechnik“. Als die Streife ankam, war niemand mehr zu sehen. Bisher gab es auch noch keine Augenzeugen, die die Täter beschreiben konnten. „Wir sind auf Hinweise angewiesen, wir benötigen Personenbeschreibungen, damit wir wissen, in welche Richtung wir ermitteln müssen“, so Polizeisprecher Michael Pillipp.

Hinweise an die Polizei, Tel. 0 23 61 / 5 50

Laut Stadtsprecher Dirk Lehmanski handelt es sich bei der Böllerei um einen Verstoß gegen die Sprengstoffordnung, der in dieser Größenordnung „mit einem dreistelligen Euro-Betrag als Strafe geahndet werden dürfte“, so Lehmanski.

Rubriklistenbild: © Marc Müller (dpa)

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