+
Ausgezeichnet: das Reinhard-Lettmann-Haus der Amandus-Gemeinde.

Reinhard-Lettmann-Haus

Pfarrei wirbt um Zeit für eine Entscheidung

  • schließen
  • Sebastian Balint
    Sebastian Balint
    schließen

DATTELN - Gemeindemitglieder sollen in den Prozess einer möglichen Umbenennung des Reinhard-Lettmann-Hauses einbezogen werden.

Der in Datteln geborene und vor sechs Jahren verstorbene Bischof Reinhard Lettmann war Ende letzten Jahres in die Schlagzeilen geraten. Er hatte zu Lebzeiten den wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilten Priester Heinz Pottbäcker im Dienst belassen, obwohl er über die Vergehen in Kenntnis gesetzt worden war. Im Zuge dieses Vorfalls hatte der stellvertretende Vorsitzende der IGBCE in Datteln, Peter Jockheck, gefordert, dass das nach Lettmann benannte Gemeindehaus umbenannt werden müsse. Der formell zuständige Kirchenvorstand teilt nun mit, in der Entscheidungsfindung über eine mögliche Namensänderung nicht allein entscheiden zu wollen, sondern auch die Gemeinde in diesen Prozess mit einzubeziehen. Darüber hinaus forderte Jockheck die Journalistin Dunja Hayali dazu auf, ihre für Freitag, 22. Februar, um 19 Uhr im Reinhard-Lettmann-Haus anberaumte Lesung zu verlegen.

Hayali-Lesung wird nicht verlegt

Dazu wird es nun aber definitiv nicht kommen, bestätigt Annette Lamprecht, Inhaberin der veranstaltenden Buchhandlung Deilmann. „Die ganze Zeit laufen Veranstaltungen im Reinhard-Lettmann-Haus. Jetzt aber, wo Dunja Hayali kommt, wird das Thema von Herrn Jockheck und der IGBCE in den Fokus gesetzt“, sagt Lamprecht. Sie stehe hinter der finalen Entscheidung, die nichts mit den Diskussionen um eine Namensänderung zutun habe. Sie befürworte es, dass Dunja Hayali im Vorfeld ihrer Lesung das Thema kommentieren will. Dem Aufruf der IGBCE, die Karten zurückzugeben, seien bis jetzt keine Ticketbesitzer gefolgt. „Im Gegenteil, es kamen eher noch mehr Anfragen ins Haus“, sagt Lamprecht. Über den Aufruf der IGBCE-Ortsgruppe, die Lesung zu verlegen oder ihr gar fernzubleiben, reagiert die Gemeinde mit Bedauern und bittet in einer Stellungnahme um Verständnis für ihre Vorgehensweise.

In den Reihen der Lokalpolitik war man sich weitestgehend darüber einig, dass eine Namensänderung zu befürworten sei. Eine wie auch immer geartete Entscheidung darüber, läge aber ausschließlich im Verantwortungsbereich der Gemeinde. Dieser Meinung ist man auch in St. Amandus. Wichtig ist Pfarrer Ludger Schneider in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass die zuständigen Gremien der Pfarrgemeinde sich mit dieser Frage bereits seit Ende letzten Jahres befassen. Weiter heißt es, dass eine öffentliche Veranstaltung mit einem oder mehreren Referenten in Planung sei, bei der auch die Möglichkeit für Fragen gegeben werden soll. Wann, wo und in welcher Form das erfolgen soll, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Mehrheit stimmt für Umbenennung

Auf der Internetseite der Dattelner Morgenpost hatten wir die Leser gefragt, wie sie in dieser Frage entscheiden würden. Von den 141 Teilnehmern der nicht repräsentativen Umfrage sprachen sich 53,9 Prozent dafür aus, den Namen zu ändern. Nur 9,93 Prozent wollten ihn beibehalten. 36,17 Prozent votierten jedoch dafür, dass die Entscheidung allein der Gemeinde überlassen werden soll.

Ähnlich sah es auf Facebook aus: 78 Prozent der 187 Teilnehmer stimmten für eine Namensänderung, 22 Prozent lehnten dies ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Mega-Deal des BVB: Folgt jetzt der Großangriff auf den FC Bayern?
Mega-Deal des BVB: Folgt jetzt der Großangriff auf den FC Bayern?
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Sternschnuppen im November 2019: Wie lange sind Leoniden im November zu sehen?
Sternschnuppen im November 2019: Wie lange sind Leoniden im November zu sehen?
Fritz von Weizsäcker ermordet: Motiv bekannt - Expertin erklärt die Hintergründe
Fritz von Weizsäcker ermordet: Motiv bekannt - Expertin erklärt die Hintergründe

Kommentare