Im Rettungsdienst lichten sich die Reihen

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Datteln - Die Stadt bekommt gerade den heraufziehenden Fachkräftemangel in einem sensiblen Bereich zu spüren. Im Rettungsdienst fehlt Personal.

Vierzehn Kündigungen habe es allein in diesem Jahr in diesem Bereich gegeben. Diese alarmierende Zahl nannten die Christdemokraten in der jüngsten Sitzung des Stadtrates, verbunden mit der Frage, wie die Stadt die prekäre Situation in den Griff bekommen könne.

Der Beigeordnete Dirk Franke räumte ein, dass die Personalentwicklung im Rettungsdienst derzeit „sehr anstrengend“ sei: „Die Fluktuation ist sehr hoch, ausgebildete Rettungssanitäter sind sehr begehrt. Eine Reihe unserer Leute ist von anderen Städten abgeworben worden.“

Datteln habe als eine der ersten Städte in der Region den kommenden Fachkräftemangel erkannt und frühzeitig gegengesteuert, indem sie kräftig in die Ausbildung neuer Notfall-Sanitäter investiert hat. Zum „Dank“ bekommt die Stadt es nun mit einer Abwanderungswelle zu tun, wobei „es so ist, dass eine Reihe unserer Auszubildenden keine Dattelner waren.

Notfall-Versorgung der Bürger sei nicht gefährdet

Und wenn die nun die Chance auf eine heimatnähere Einsatzstelle haben, kann man verstehen, dass sie gehen“, erklärt Dirk Franke. Der Ausstieg nach der Ausbildung ist auch deshalb so einfach, weil die Rettungs-Sanitäter keine Beamten, sondern Angestellte sind. Der eklatante Personalmangel führte zuletzt zu diversen Ausfällen.

Die Notfall-Versorgung der Bürger, so versicherte Dirk Franke, sei allerdings zu keiner Zeit gefährdet gewesen, denn: „Die Einsätze des Rettungsdienstes koordiniert der Kreis über die Kreis-Leitstelle. Wenn wir eine Schicht nicht besetzen können, melden wir das an den Kreis, der den Ausfall durch den RTW-Einsatz aus der Nachbarschaft kompensiert“, erklärt Franke.

„Der Kreis ist im Gesamtverbund so gut aufgestellt, dass er auch den Ausfall verkraften kann, wenn mehrere Städte gleichzeitig ihre Wagen abmelden.“ Im Falle der Stadt Datteln kooperiert der Kreis Recklinghausen zudem noch mit dem Kreis Coesfeld: „Es kann durchaus vorkommen, dass zu einem Dattelner Notfall mal ein Rettungswagen mit dem Nummernschild ‚COE‘ kommt“, berichtet Dezernent Dirk Franke.

Aber natürlich kann dies kein Dauerzustand werden. Deshalb ist die Stadt eifrig bemüht, Personal für den Rettungsdienst zu gewinnen. Aktuell ist die Verwaltung dazu übergegangen, hauptamtliche Feuerwehrleute mit einer Zusatzqualifikation ausgestattet in den Rettungsdienst abzuordnen. Da es sich um Beamte und nicht um Angestellte handelt, ist allerdings eine höhere Besoldungsgruppe fällig. Die Stadt muss also für den Rettungsdienst tiefer ins Stadtsäckel greifen.

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