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„40 Years Later“ sind (v.li.): Kalle Hölscher, Klaus-Uwe Koch, Wolfgang Schaller, Harald Riemer, Karl-Heinz Schnarre, Werner Jost und Bernd Strohmeyer.

Rock'n'Roll-Konzert

„40 Years Later“ rocken am 4. Februar im Schlossdorf

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DATTELN - Müßiggang im Rentenalter? Nix. Die Jungs sind fit, stehen Legenden wie Mick Jagger und Pete Townshend in nichts nach, werden auf der Bühne zu Wilden und würdigen die Fotografen nur eines grimmigen Blickes. Echte Rock‘n‘Roller. „40 Years Later“ spielen am Samstag, 4. Februar, in Horneburg. Dem Dorf, in dem ihre Karriere begann.

50 Jahre ist es her, dass die Kerntruppe, die damals unter dem Namen „The wild Flowers“ firmierte, im Schlossdorf ihren ersten Auftritt hatte. Ein Haufen nervöser Teenager mit Gitarre, Schlagzeug und Bass.

Der Saal war rappelvoll. Es war der erste Jugendtanz im Schlossdorf. „Das war in der Gaststätte Stratmann und die Mädels und Jungen vor der Bühne waren nicht älter als wir“, erinnert sich Frontmann Wolfgang Schaller.

Spätestens als Schaller die Gitarrensaiten zu „Wild Thing“ anschlug, war kein Halten mehr. „Die Leute haben mit Mädels getanzt. Das kannten sie nicht, weil sie es vorher nicht durften. Bis in die 60er herrschte Zucht und Ordnung“, erinnert sich der Gitarrist. Die wilden Blumen setzten dem ein Ende.

Die 60er-Jahre, die Zeit der Stones. „Damals hatte jede Kolonie ihre eigene Band. Die Musik war die Abspaltung vom Elternhaus“, erinnert sich Schlagzeuger Werner Jost.

Im Bunker geprobt

In einem alten Bunker an der Höttingstraße trafen sich die Freunde damals, entflohen der Strenge der Eltern. Geld hatten die Jungs keines. Platten zu kaufen, saß nicht drin. Also lauschten sie Piratensendern. „Montags haben wir im Wechsel mit Manni Breuckmann im Western Saloon (Anmerk. der Red. das heutige Johnny Canone) aufgelegt“, sagt Jost.

In ihrem Bunker haben die Freunde nicht nur die ersten Tanzschritte „mit netten Damen“ gemacht, dort spielten sie 1965 auch zum ersten Mal miteinander. Während Wolfgang Schaller bei der legendären Frau Schürmann Gitarren-Unterricht bekam, brachten sich Bassist Berthold Oesmann und Schlagzeuger Werner Jost alles selbst bei.

Vors Radio kauerten sie sich, spielten Lieder der Stones und Beatles nach. „Weil ich kein Geld hatte, hab’ ich zuerst auf umgedrehten Schubladen getrommelt“, sagt Werner Jost. Sein erstes Schlagzeug hat er mit dem Bus abgeholt.

Wiedersehen beim Kanalfest

Beim Kanalfest trafen sich die Freunde vor einigen Jahren wieder. Aus einer Bierlaune entstand eine neue, alte Band: „40 Years later“. Drei Gründungsmitglieder sind heute mit dabei, und sie haben mit Kalle Hölscher einen Stimmungsmacher zur Verstärkung bekommen.

Am 4. Februar wollen sie wieder an die alten Zeiten anknüpfen und eine brandneue „Wild Thing“-Interpretation bringen. „Ich hoffe, wir können am Samstag einige der Jugendtänzer von damals wieder begrüßen“, freut sich Wolfgang Schaller auf den Gig.

Konzert von „40 Years Later“ am Samstag, 4. Februar, ab 20 Uhr in der Gaststätte „Alt Horneburg“ an der Schloßstraße. Der Eintritt ist frei.

P.S. Ihr Rock’n’Roller, lasst die Dorfkneipe heil!

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