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Der Schießplatz Losheide wird nun das Verwaltungsgericht beschäftigen.

Schießplatz Losheide

Kreis beauftragt Gutachter selbst

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Datteln - In Sachen kontaminierter Schießplatz Losheide spitzt sich die Situation zu. Die Kreisverwaltung in Recklinghausen hat sich als zuständige Behörde gegen die vom Betreiberverein beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen beantragte Fristverlängerung ausgesprochen.

Stattdessen zeigt der Kreis nun harte Kante gegen den Verein. Die Kreisverwaltung wird jetzt selbst einen Gutachter mit den aus Kreissicht erforderlichen Gutachten zur Schießplatzsanierung beauftragten. Das erklärte der Sprecher der Behörde, Jochem Manz, auf Anfrage unserer Redaktion.

Es geht um weitere Untersuchungen mit einem Kostenumfang von rund 30.000 Euro. So hält der Kreis eine Beprobung des Grundwassers, des Bachwassers und eine weitere Kontrolle der Schießbahn für notwendig, um sich ein umfassendes Bild von der späteren Sanierung des Geländes machen zu können. Wie berichtet, ist das Areal, auf dem seit Jahrzehnten Schützen aus der ganzen Region trainieren, durch den Schießbetrieb vor allem mit Blei kontaminiert. Die Messergebnisse liegen um ein Vielfaches über dem Grenzwert. Im Herbst letzten Jahres hatte die Kreisverwaltung dem Betreiberverein eine entsprechende Ordnungsverfügung zugestellt, in dem der Verein aufgefordert wurde, die Sanierungsuntersuchungen bis Mitte Dezember in Auftrag zu geben. Dagegen hat der Verein Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Im Dezember hatte der Verein erstmals eine Fristverlängerung zur Abgabe der Klagebegründung beantragt. Darauf hatte sich der Kreis eingelassen. Bei der zweiten beantragten Fristverlängerung bis Mitte Februar will der Kreis aber nun nicht mehr mitspielen.

Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung. Deshalb hat der Kreis nun zum Mittel der sogenannten Ersatzvornahme gegriffen, bei der die Behörde selbst ein Gutachterbüro mit der Untersuchung betraut. Die Kosten wird man dann später dem Schießverein in Rechnung stellen. Was mit den Kosten wird, falls das Gericht dem Verein recht geben sollte, dazu wollte Jochem Manz noch nichts sagen. Das seien zum jetzigen Zeitpunkt nur Spekulationen, an denen man sich nicht beteiligen wolle. Auswirkungen auf den Schießbetrieb wird das Vorgehen der Kreisverwaltung allerdings nicht haben. Der gehe zunächst wie gewohnt weiter, so Manz. Bis der Gutachter seine Arbeit aufnimmt, wird es allerdings einige Monate dauern. Man bereite jetzt die Auftragsvergabe vor, erklärt der Behördensprecher.

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