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Das Rätselraten um die Zukunft des Schießplatzes Losheide geht weiter.

Schießplatz Losheide

Schießverein soll Untersuchung bezahlen

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Datteln - Der Kreis hat eine Ordnungsverfügung zugestellt. Der soll bis Mitte Dezember ein Unternehmen mit der Bodenkontrolle beauftragen.

In Sachen Boden-Kontamination auf dem Gelände des Schießplatzes Losheide gibt es noch keine Lösung. Aber eine neue Entwicklung. Wie der Sprecher der zuständigen Kreisverwaltung Recklinghausen, Jochem Manz, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, habe die Kreisverwaltung dem Betreiberverein – dem Schießplatz Losheide e.V. – jetzt eine sogenannte Ordnungsverfügung zugestellt, in dem der Club angewiesen wird, die aus Kreissicht noch fehlenden erforderlichen Sanierungsuntersuchungen zu veranlassen. Damit liegt der Ball wieder beim Verein.

Wie man seitens des Vorstands damit umgeht, ist ungewiss. Auch im Kreishaus sei man gespannt, welche Reaktionen die Verfügung auslöst. Alfred Dodenhöft vom Vorstand hielt sich auf Anfrage bedeckt. „Wir haben mehrere Möglichkeiten. Wie wir damit umgehen, ist aber Sache zwischen Kreis und Verein“, wollte Dodenhöft öffentlich nicht Stellung beziehen.

Sanierungskosten belaufen sich auf etwa 30.000 Euro

Eine Möglichkeit ist: Der Verein kann gegen die Verfügung klagen. Eine solche Klage habe allerdings keine aufschiebende Wirkung, betont Jochem Manz weiter. Es bliebe lediglich eine juristische Entscheidung im Eilverfahren. Das heißt, die Frist bis Mitte Dezember läuft zunächst weiter. Auch ein Verkauf des kontaminierten Grundstücks an den Kreis zu einem symbolischen Betrag ist in der Vergangenheit zwischen Verein und Kreis bereits diskutiert worden. Sollte der Verein die Kosten für die Sanierungsuntersuchung nicht aufbringen können – hier geht es um eine Summe von rund 30.000 Euro – könnte das zu einer Insolvenz des Vereins führen.

Die Anlage am Kanal ist nach jahrzehntelangem Schießbetrieb extrem kontaminiert. Es wurden Blei- und Arsenbelastungen sowohl im Boden als auch im Wasser festgestellt. Die Bleibelastungen liegen um mehr als das Hundertfache über dem Prüfwert, so das Resultat von Gutachten. An einer Sanierung führt kein Weg vorbei, hat der Kreis mehrfach deutlich gemacht, auch wenn er im Zuge der Gefährdungsabschätzung keinen akuten Handlungsbedarf sieht, da unmittelbar keine Gefahr von der Belastung ausgehe.

Vor rund neun Monaten hatte der Betreiberverein bereits wegen der Sanierungskosten seine finanziellen Möglichkeiten gegenüber dem Kreis offenlegen müssten. Dodenhöft hatte die Finanzierung durch den Verein vor geraumer Zeit gegenüber unserer Redaktion als „utopisch“ bezeichnet. Gleiches gilt auch für die Kreisjägerschaft Hubertus, die die Anlage vor dem Schießverein betrieben hatte. Auch hier hatte die Prüfung des Kreises im Zuge der sogenannten Störerauswahl ergeben, dass die Kreisjägerschaft nicht die finanziellen Möglichkeiten hat. Da der Verein aber der aktuelle Betreiber sei, habe der Kreis die Verfügung dem Club nun zugestellt, so Manz.

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