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Damian Schütze (l.) und Patrick Pironello (m.) folgen gespannt den Ausführungen von Heinz Boller. Dem ehemaligen Berufsschullehrer ist es ein großes Anliegen, das Wissen um die Herkunft unserer Nahrung weiterzugeben.

Schüler des des Hans-Böckler-Berufskollegs zu Besuch bei Heinz Boller

Angehende Erzieher gehen auf Tuchfühlung mit den Landwirten

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DATTELN - Angehende Erzieher erfahren beim Projekt „Lernort Bauernhof“, wie Nahrungsmittel verarbeitet werden, bevor sie auf unseren Tellern landen.

Das Projekt „Lernort Bauernhof“ vermittelt seit 25 Jahren wichtiges Wissen über die Landwirtschaft an Schüler und Lehrer im Vest. Jährlich nehmen etwa 2000 Schüler daran teil. Auch 15 angehende Erzieher des Hans-Böckler-Berufskollegs aus Marl nutzten jetzt in Datteln dieses Angebot. Sie wollen das im Projekt erlangte Wissen später an Kinder und Jugendliche weiter vermitteln.

Sechs Stationen

Der Bereich „Feld und Wiese“ war eine von sechs Stationen, die Heinz Boller und seine Mitstreiter vom Landwirtschaftlichen Ortsverein aufgebaut hatten. Dass nicht jede Gerste taugt, um daraus Bier zu brauen, das hätten die angehenden Erzieher Damian Schütze und Patrick Pironello vor ihrem Besuch bei Heinz Boller wohl nicht mit Sicherheit gewusst. „Nur die zweizeilige Gerste kann zum Brauen genutzt werden“, erklärt Heinz Boller und pflückt gleich darauf einen Gerstenhalm vom Feld. „Hier haben wir aber eine vier- oder mehrzeilige Gerste. Und die wird vor allem als Tierfutter genutzt.“ Bei der zweizeiligen Gerste wächst jeweils nur ein Korn je Ansatzstelle, bei der mehrzeiligen können dort drei oder mehr Körner wachsen.

Persönliches Interesse am Produkt

Heinz Boller will zwischenzeitlich von den beiden Schülern wissen, warum es ihnen persönlich wichtig ist, sich über die Landwirtschaft zu informieren. „Ich möchte den Kindern erklären können, woher ihr Brot kommt“, antwortet Patrick. „Manchmal muss man einfach den Aufwand kennen, der hinter einem Produkt steckt, um es richtig wertzuschätzen.“ Boller nickt.

Für Erstaunen sorgen seine Ausführungen zu den Wildblütenpflanzen, die am Wegesrand zu finden sind. Den Mohn können Damian und Patrick noch einwandfrei identifizieren. Beim nächsten Gewächs sorgt Boller für Verunsicherung. „Hier handelt es sich um Wiesen-Kerbel“, sagt er und deutet auf ein weißblättriges Gewächs hin. „Aber Vorsicht, der sieht dem gefleckten Schierling zum verwechseln ähnlich. Und der ist hochgiftig.“ Der sei zumeist aber an Bächen zu finden, sagt Boller.

Kimawandel ist längst Realität

Am Bienenstock muss Damian sich erst mal überwinden, auf Tuchfühlung mit den Brummern zu gehen. „Ich kann nicht genau sagen warum“, gibt er zu verstehen, „aber irgendwie machen die mich nervös.“ Die Vorbehalte gegenüber den Bienen verfliegen mit der Zeit. So schlimm wie erwartet ist es am Ende dann doch nicht. Die von den Landwirten befürchtete Trockenheit thematisiert Heinz Boller ebenfalls. Er lässt eine handvoll staubtrockenen Sand durch seine Finger rieseln. „Wie sie sehen, ist der Klimawandel längst Realität. Bollers Miene wird ernst. „Schon jetzt können wir nämlich sagen, dass es viel zu trocken ist. Und wenn wieder so wenig Regen wie im letzten Jahr fällt, dann haben wir ein ernstes Problem.“

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