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Jos Meuwissen bringt eine Szenerie aus dem Italien-Urlaub auf die Leinwand.

Serie: Coole Oldies

Urlaubsbilder liefern die schönsten Motive

Datteln - Jos Meuwissen ist leidenschaftlicher Maler, fast 50 Schüler lassen sich pro Woche von ihm in der Volkshochschule unterrichten.

Der Blick von Jos Meuwissen geht in die Ferne und verfängt sich im Blau des Himmels. Das Blau findet sich Sekunden später auf der Leinwand wieder. Der Künstler malt gerade den magischen Ort Cefalu, eine sizilianische Urlaubserinnerung, die ihn begeistert hat.

In der Kunstszene von Datteln ist der 76-Jährige nicht wegzudenken. Der Liebe wegen ist der ehemalige belgische Berufssoldat in die Kanalstadt gezogen. Heimweh hat er nie verspürt, er war fast immer in Deutschland stationiert. Bereits als Kind hat er mit Leidenschaft gezeichnet, durch seine Armeelaufbahn geriet seine künstlerische Begabung fast ein wenig in Vergessenheit.

1986 entdeckte er sie wieder: Er war Leiter eines Büros in Soest und entdeckt die Magie des Morgennebels in der Soester Börde. Der Bann war gebrochen, Meuwissen legte den Pinsel nur noch selten aus der Hand. Aber er wollte mehr mehr und startete ein erfolgreiches Kunststudium an der Ruhrakademie in Schwerte.

Jos Meuwissen hat Fluglizenz erworben und war als Skilehrer unterwegs

„Heute male ich nur Motive, zu denen ich einen besonderen Bezug habe.“ Oft sind es selbst geschossene Urlaubsfotos, die ihn zuhause zur Leinwand ziehen, um faszinierende Motive im Großformat nachzuzeichnen. In den Urlaubsorten malt er nur selten. Meuwissen stören die Menschen, die sich sofort an die Staffelei stellen und ihn mit ihren Tipps unterstützen möchten. Das Talent zum Malen ist ihm so zugeflogen und er genießt es.

In seinem Atelier an der St.-Vincent-Straße unterrichtet er seine Schüler und hat dort auch schon viele Ausstellungen inszeniert. „Zurzeit habe ich allerdings einen Ausstellungshänger.“, lacht er. Seine Zeit als Soldat empfand er genauso schön und spannend, wie jetzt sein zweites Leben. In der Armee hat er als Kompaniechef für den Bereich „Logistik“ viel Zeit mit jungen Menschen verbracht, eine Fluglizenz erworben und war als Skilehrer unterwegs.

„Die Skischüler sind ungeduldig, nach einer Woche wollen alle bereits Bestleistungen erbringen.“ Das sieht in der Kunst anders aus, seine Malschüler entwickeln sich wie ein guter Wein. Sport ist Meuwissen wichtig, er ist oft im Fitnessstudio und auf dem Fahrrad unterwegs. 2010 erkrankte er an einer schweren Hirnhautentzündung und war fast ein dreiviertel Jahr außer Gefecht gesetzt. Mit eisernem Willen und der Unterstützung seiner Frau Brigitte hat er sich wieder weit nach vorne gebracht.

Das soll so bleiben. Deswegen heißt sein Motto: carpe diem. Zum „genieße den Tag“ gehören seine Pfeife, ein Glas Wein und das Abtauchen in die Farben und Leinwände. Fünfsprachig ist er auf seinen Reisen unterwegs: deutsch, englisch, spanisch, französisch und niederländisch (flämisch). Argentinien ist das Land mit der größten Faszination für ihn. Jetzt geht es aber erstmal auf neue Motivsuche nach Portugal. Jos Meuwissen hat die innere Ruhe für sich gefunden, die ihn trotzdem aktiv durch den Tag bringt.

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