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Hier kennt er sich aus: Stadtbotschafter Peter Falk vor dem Tennentor des Dorfschultenhofs.

Serie: Lieblingsplätze

Dorfschultenhof – Ein Relikt des ländlichen Lebens

Datteln - Der Dorfschultenhof ist für Peter Falk ein Lieblingsplatz in Datteln. Er ist für ihn ein Relikt des ländlichen Lebens. Die Namensänderung selbst berührt Falk weniger, sie findet er durchaus passend

Bereits vor zehn Jahren wurde Peter Falk in seiner Funktion als Stadtbotschafter nach seinem Lieblingsplatz in Datteln befragt. Den hat er in dem Jahrzehnt nicht ausgetauscht, aber der Name hat sich verändert. Aus dem Hermann-Grochtmann-Museum wurde der Dorfschultenhof.

Groß geworden ist Peter Falk in der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick. Jetzt lebt er in Meckinghoven. Der Wassersport ist eines seiner Hobbys, deshalb fühlt er sich an den Kanälen der Stadt besonders wohl. Es gibt jedoch einen wasserfreien Platz in der Stadt, der ihn besonders anzieht.

„Datteln hat eine sehr lange Geschichte, was das ländliche Leben angeht. Der Dorfschultenhof ist ein Relikt dieser Zeit.“ Dass nach dem Umbau nur noch wenige historische Dinge vorhanden sind, stimmt Falk ein wenig traurig.

Das Hermann-Grochtmann-Museum sammelte als städtisches Museum frühgeschichtliche Funde und zeigte die Geschichte der Landgemeinde sowie die jüngere Industriegeschichte der Bergbau- und Kanalstadt. Das westfälische Bauernhaus wurde 1809 als dreischiffiges Hallenhaus in Fachwerkbauweise auf einem der mutmaßlich ältesten Hofgrundstücke Dattelns errichtet.

Falk bedauert Verlust des Schwimmbads

Die Namensänderung selbst berührt Falk weniger, sie findet er durchaus passend. Dass Haltern in Flaesheim jedoch eine Straße nach Dr. Hermann Grochtmann benannt hat und Datteln keine aufweist, findet er schade. „Dr. Hermann-Grochtmann hat die Kanalstadt geprägt, er hat etwas Erinnerndes verdient.“

Sollte Falk von einer Gruppe Japaner für eine Führung gebucht werden, würde er ihnen gerne einen richtigen westfälischen Bauernhof zeigen. Keine moderne Architektur oder Zweckbauten. Falk sieht auf seinen Touren die Probleme der Stadt.

„Zu ihnen gehört die B 235. Hinzu kommt die nahe Bebauung von Industrie an Wohnbereichen.“ Falk versteht es, Begeisterung auf seinen Touren zu wecken. Viele Teilnehmer reagieren auf seine Ausführungen mit einem erstaunten „Das habe ich nicht gewusst.“ Er hofft, dass seine Mitbürger das neue Quartiersmanagement nutzen, um positive Veränderungen herbeizuführen.

Für unsere Serie „Mein Lieblingsplatz“ konnten wir die Dattelner Stadtbotschafter gewinnen. Die Männer und Frauen führen Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den Ferien samstags zu Orten, die ihnen am Herzen liegen.

In der nächsten Folge am 25. August sind wir mit Margarete Kelch unterwegs. Ihr Lieblingsplatz ist die kleine Emmauskapelle im Dattelner St.-Vincenz-Krankenhaus.

So eine Chance kommt für ihn nicht so schnell wieder. „Keine Stadt kann alles haben“, bestätigt er. Aber den Verlust des Freibades bedauert er sehr. Für ihn gehört eine solche Einrichtung zur Lebensqualität. Datteln bleibt für Falk eine Stadt, in der es noch viel zu entdecken gibt, die sich nach dem Wegfall des Bergbaus wieder neu erfinden musste und ihren eigenen Charme entwickelt hat.

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