Serie: Lieblingsplatz in Datteln

Der schönste Platz ist der Lese-Sessel

Datteln - Professor Gerd Stein hat seinen Lieblingsplatz in der reichen Dattelner Kultur gefunden. Nach sechs Wohnjahren in der Kanalstadt hat der 76-Jährige noch immer nicht alles entdeckt.

Der Politik- und Erziehungswissenschaftler Professor Gerd Stein zieht 2012 von Essen nach Datteln. Auf Empfehlung guter Freunde, die in der Kanalstadt leben und die Vorzüge der kleinen Stadt zu schätzen wissen. Stein begibt sich selbst auf die Suche und ist baff. „Das kulturelle Angebot in Datteln ist unglaublich.“

Nach sechs Wohnjahren hat der 76-Jährige noch immer nicht alles entdeckt. Er sucht bewusst Kulturanbieter auf, diskutiert mit ihnen über ihre Angebote und versucht Menschen für die Programme zu begeistern. „Dass ich dabei auf Mitbürger treffe, die noch nie das Katielli Theater besucht haben, ist erstaunlich.“ Datteln ist für ihn nicht nur eine Kauflandlandschaft, viele Besucher seien gerade wegen des kulturellen Angebotes vor Ort.

Stein kämpft sich durch kleine und große Veranstaltungen. Die Leistungen des Kulturbüros empfindet er als großartig. Die Künstler, die die Stadthalle besuchen, von hohem Niveau. Die ersten Spaziergänge in Datteln führten Stein jedoch entlang der Kanäle und über das Gelände der ehemaligen Zeche Emscher-Lippe.

Professor Stein möchte Vergangenheit seiner Wohnstadt nachgehen

Der Pensionär möchte sich mit der Vergangenheit seiner Wohnstadt beschäftigen. Für ihn gilt: Jeder Bürger ist Botschafter seiner Stadt und sollte sich mit ihr identifizieren. Dazu sei Wissen über sie erforderlich. Zur Kultur gehören für ihn die Pflege und Wertschätzung von Plätzen. Das Leben am Wasser steigere die Lebensqualität, biete Raum für weitere Kulturmöglichkeiten.

Die beiden Buchhandlungen vor Ort schätzt er wegen ihrer Unterschiedlichkeit, ihr Angebot sei vielseitig und müsse keinen Vergleich scheuen. Dass beide Inhaber zusätzlich Kulturprogramme wie Lesungen oder Poetry-Slams in ihrem Angebot haben, stimmt ihn glücklich. Datteln schöpfe aus einem unglaublichen Potenzial, das auch der „Leuchtturm“ Musikschule bestimme.

„Die Musiklehrer vermitteln ihr Wissen mit Leidenschaft und verstehen es, ihre Schüler mitzunehmen.“ Dass die evangelische und katholische Kirche mit den ideenreichen Kantoren Irina Tseytlina und Michael Kemper großartige Musiker, ohne Scheu vor schwierigsten Werken, gewonnen haben, ist für ihn ein weiterer großer kultureller Pluspunkt. Hinzu käme die unglaubliche Akustik in der Amandus- und Lutherkirche.

Vernetzung in der Kultur ist wichtig

Stein macht eine gedankliche Pause, um seiner Begeisterung eine kleine Grenze zu setzen. Er möchte niemanden in seiner Aufzählung vergessen. Eine Vernetzung aller Kulturschaffenden, dazu gehören für ihn auch die vielen Chöre und Orchester und Solisten, ist ihm wichtig. So könne man mehr Publikum ansprechen und gewinnen. „Ohne eigenes Feuer kann man in anderen Menschen auch kein Feuer entfachen.“

Mit dieser Folge geht die Reihe mit den „Lieblingsplätzen“ zuende. Alle Teile der Serie finden Sie auch im internet unter

Der ehemalige Lehrer appelliert an Eltern, Kinder so früh wie möglich an die Kultur heranzuführen und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Beratung und Ermutigung des Nachwuchses seien wichtig. Der öffentliche Raum für Kinder dürfe nicht vergessen werden: Spielplätze, Freizeit - und Kulturangebote. Stein empfiehlt jedem Bewohner und Besucher von Datteln, seinen Kopf und sein Herz zu öffnen. „Wenn man nicht offen ist, fällt einem auch nichts zu.“

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