Sozialer Arbeitsmarkt

Raus aus Hartz IV mit Tariflohn

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DATTELN - Zum 1. Januar wird der soziale Arbeitsmarkt eingeführt. Die Stadtverwaltung Datteln will bis zu 16 Stellen schaffen. Damit soll der Teufelskreis Hartz IV erfolgreich durchbrochen werden.

Bei der Verabschiedung des Haushaltes für 2019 hat der Rat bei den Personalkosten 100.000 Euro draufgesattelt. Dieses Geld ist Voraussetzung dafür, dass bis zu 16 neue Stellen im Rathaus geschaffen werden. Stellen für Menschen in Datteln, die seit Jahren ihr Geld vom Jobcenter beziehen und so die Chance bekommen, den Teufelskreis Hartz IV erfolgreich zu durchbrechen.

Mit den 16 Stellen ist derzeit die Stadt Datteln federführend im Kreis. Einzig Haltern hat entsprechende Beschlüsse gefasst und will fünf Jobs für diesen Personenkreis schaffen, so Jobcenter-Sprecher Thomas König im Gespräch mit unserer Redaktion. Das neue Förderinstrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ wendet sich an Arbeitsuchende über 25 Jahre, die in den letzten sieben Jahren mindestens sechs Jahre Leistungen des Jobcenters bezogen haben. Für Bedarfsgemeinschaften mit einem minderjährigen Kind oder für Menschen mit Schwerbehinderung gilt ein verkürzter Leistungsbezug.

Bezahlung nach Tariflohn der Knackpunkt

Für Bürgermeister André Dora ist der Knackpunkt, der dieses neue Gesetz in seinen Augen so wertvoll macht, die Bezahlung nach Tariflohn. Die Beschäftigung ist auf fünf Jahre angelegt. In den ersten beiden Jahren übernimmt das Jobcenter 100 Prozent der Lohnkosten, in den drei Folgejahren sinkt die Förderung von 90 auf 70 Prozent ab. Mit den zusätzlichen 100.000 Euro an Personalkosten deckt die Stadt Lohnnebenkosten bzw. die Differenz zur Förderung ab.

Die neuen Stellen sollen in den Bereichen Grünpflege, Friedhöfe, Betriebshof, Hausmeister und Reinigungskraft geschaffen werden. Eine spätere Übernahme ist nicht ausgeschlossen. Allerdings kommt nicht jeder dafür in Frage. Derzeit laufen bereits Einzelfallprüfungen. Nach Angaben des Jobcenters gibt es im Kreis Recklinghausen rund 9000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die für eine Förderung im sozialen Arbeitsmarkt in Frage kommen.

Job-Coaching als enge Begleitung

Alle Beteiligten wissen, dass es für Personen, die so viele Jahre raus aus dem Beruf sind, schwierig ist, wieder Fuß zu fassen. Und das nicht nur fachlich. Am Anfang kostet es schon Überwindung, wieder täglich zur Arbeit zu gehen, pünktlich zu sein etc. Deshalb gibt es im ersten Jahr auch ein sogenanntes Job-Coaching als enge Begleitung der Beschäftigten. Darüber hinaus fördert das Jobcenter mit 3000 Euro pro Beschäftigten auch weitere Qualifizierungsmaßnahmen, um die späteren Job-Perspektiven weiter zu verbessern.

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