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Der Bau neuer Sozialwohnungen wird wegen der Abstufung des Fördersatzes noch schwieriger.

Sozialwohnungen

Rückschlag für Wohnungsbau-Pläne

DATTELN - Die Lokalpolitik ist sich in diesem Punkt einig: Datteln braucht dringend neue Sozialwohnungen, sprich bezahlbaren Wohnraum. Die Sozialstruktur Dattelns zeigt, viele Bürger sind nicht auf Rosen gebettet und bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper – zunehmende Altersarmut, mehr als 1000 Langzeitarbeitslose und eine relativ große Arbeitslosigkeit sind hier einige der Stichworte. Aber die Pläne der Stadt in dieser Hinsicht werden aktuell aus Düsseldorf torpediert.

Wie Hans-Jürgen Büker, Geschäftsführer der stadteigenen Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, wurden die Städte Datteln und Oer-Erkenschwick Anfang des Jahres als einzige kommunen im Kreis Recklinghausen von der Landesregierung bei den sogenannten Mietniveaustufen herabgesetzt – und zwar von Stufe drei auf zwei.

Suche nach Investoren wird schwierig

Für Büker steht fest: Damit wird die ohnehin schon schwierige Suche nach Unternehmen, die in sozialen Wohnungsbau investieren, noch schwieriger. In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: In Datteln wird sozialer Wohnungsbau in den kommenden drei Jahren nur noch mit 1450 Euro pro Quadratmeter gefördert. Bislang bekamen Investoren in der Kanalstadt 1650 pro Quadratmeter.

Wohnen in Datteln nicht so teuer

Dieser Herabstufung vorausgegangen war ein neues Gutachten des Heimatministeriums. Damit wurden neue Grundlagen geschaffen bei der regionalen Staffelung des Förderbudgets. Begründet wird die Abstufung Dattelns damit, dass die Stadt in den zurückliegenden Jahren eine „unterdurchschnittliche Entwicklung bei den Vergleichs- und Angebotsmieten sowie bei den Bodenpreisen“ gemacht habe. Sprich: Wohnen ist in Datteln nicht so teuer wie in anderen Städten. Hans Jürgen Büker glaubt, dass gerade Großstädte wie Düsseldorf oder Münster, in denen das Mietniveau deutlich angezogen hat, von der Förderung für Sozialwohnungen profitieren werden.

Projekt Wagnerstraße läuft weiter

Trotz der Abstufung ist Büker nach wie vor überzeugt, dass es in Datteln in Sachen sozialer Wohnungsbau großen Nachholbedarf gibt. Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Sozialwohnungen gemessen am Gesamt-Wohnungsbestand in Datteln 7,2 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Von den 17.537 Wohnungen in Datteln waren 1271 Sozialwohnungen. Und die Situation habe sich verschärft, so Büker weiter. An dem Projekt Sozialwohnungen an der Wagnerstraße auf dem Gelände der alten Gustav-Adolf-Schule hält die SEG aber fest. „Der Antrag wurde im letzten Jahr gestellt. Damit gilt noch die alte Mietniveaustufe 3“, sagt Hans-Jürgen Büker.

Inwieweit die Stadtentwicklungsgesellschaft weitere Projekte stemmen kann, wie von der Politik gefordert, ist mehr als fraglich. Büker sieht allenfalls noch Chancen, solche Projekte als Stadtentwicklungsgesellschaft wirtschaftlich darstellen zu können, wenn der Wohnungsbau auf städtischen Flächen umgesetzt wird. „Wenn auch noch das Grundstück erworben werden muss, sieht es schlecht aus“, sagt Büker.

Trotz dieses Rückschlags hält die Stadt daran fest, eine Bedarfsanalyse in Sachen Sozialwohnungen aufzustellen.

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