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Erntehelferin Katharina kommt seit vielen Jahren zur Spargelzeit an den Hof der Brauckmann-Bergers.

Spargelernte

Erste Spargelköpfe reißen Erde auf

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DATTELN - Die Familie Brauckmann-Berger hat jetzt mit der Ernte des königlichen Gemüses begonnen. Ab nächster Woche geht dieses über den Ladentisch.

Parallel zur Spargelspitze setzt Katharina ihr Messer an. Mit gekonnten Griffen sticht sie in den Boden und holt eine der ersten Spargelstangen in diesem Jahr aus der Erde. Die Ernte hat am Hof Brauckmann-Berger jetzt begonnen – eine Woche vor dem üblichen Start.

Zu viele Erträge schädigen Pflanze

Der Winter war mild und der Februar schön sonnig. „Das hat die Pflanzen angetrieben“, weiß Spargelbauer Mathias Brauckmann-Berger. Vor zwei Jahren habe er und sein Team sogar noch früher angefangen zu ernten, als in diesem Jahr. „Das ist uns eigentlich nicht so recht“, sagt er. „Dann ist die Nachfrage noch nicht so da.“ Wenn der frische Spargel aber in der nächsten Woche über den Verkaufstisch geht, dann hat die Spargelsaison auch offiziell begonnen. Die Zeit für den regionalen Spargel sei dann bis zum 24. Juni. „Aber man sollte nicht nach dem Kalender gehen“, so der Spargelbauer, „sondern nach der Pflanze. Wir wollen unsere Pflanzen acht bis zehn Jahre ernten können.“ Das sei nur möglich, wenn man in einem Jahr nicht zu viel erntet. „Aus den Spargelspitzen wird irgendwann ein grünes Blattwerk, das die Pflanzen dann spätestens ab Juli mit Energie versorgt. Werden die Pflanzen falsch behandelt, hat das Folgen. „Meist macht sich das erst zwei bis drei Jahre später bemerkbar“, so Brauckmann-Berger. „Dann sind die Stangen zu dünn.“ Laut des Dattelners sollte man den Spargel nicht länger als sechs Wochen stechen. Das Feld, das zurzeit schon geerntet wird, gibt Erträge nur bis Mai. Späterer Spargel wird erst frühestens in vier Wochen gestochen.

Enges Verhältnis im Team

Bevor es für das Ehepaar Brauckmann-Berger und ihr Team von insgesamt 35 Helfern aufs Feld geht, werden alle noch einmal geschult. Katharina und die anderen Erntehelfer kommen aus Polen und der Ukraine und sind höchstens drei Monate in Deutschland. „Jedes Jahr vor der Ernte wird die Technik nochmal aufgefrischt. Mir kommt keiner ungeschult aufs Feld.“ Erntehelfer zu finden, ist für das Ehepaar kein Problem. Viele der Mitarbeiter kommen mehreren Jahren, zum Teil stehen die Helfer schon 15 Jahre auf den Feldern der Brauckmann-Bergers. „Bei uns bekommen sie einen Mindestlohn und Zuschläge. Wir haben mehr Bewerber als Stellen.“ Dadurch, dass der Hof der Spargelbauern einer der kleineren ist, sei der Umgang mit den Mitarbeitern eng. „Die Arbeiter sind keine Nummern, das ist die Katharina und nicht Nummer 250“, sagt Birgit Brauckmann-Berger. Bei fairen Konditionen kommen die Erntehelfer jedes Jahr gerne zurück an den Hof. Nach dem Stechen geht es für die Spargelstangen zwei bis drei Stunden in ein Wasserbad. „Danach kann man die Erde gut abbürsten“, weiß der Spargelbauer. Danach wird der Spargel noch sortiert und ein Teil geschält: „Das wird jedes Jahr mehr. Vor allem junge Leute kaufen geschälten Spargel.“

Birgit Brauckmann-Berger läuft „das Wasser im Mund zusammen“, wenn sie an die kommende Zeit denkt. Die Hofbetreiberin liebt das königliche Gemüse und freut sich schon auf die ersten Gerichte.

@ Ein Video finden Sie unter www.cityinfo.tv/Spargelernte

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