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Das Herzkissen-Organisationsteam Brigitte Reuter, Stefanie Schwanewedel und Brigitte Koutecky (vorne, v.li.) sowie die vielen Helferinnen freuten sich über die Unterstützung von Dr. Dorothee Drüppel, Chefärztin der Gynäkologie des St.-Vincenz-Krankenhauses (vorne, re.).

St.-Vincenz-Krankenhaus

Kleine Kissen mit großer Wirkung nach Brustkrebs-Operation

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DATTELN - Fleißige Handarbeiterinnen produzieren ehrenamtlich Herzkissen für Brustkrebspatientinnen. Diese besonderen Trösterkissen mildern nach einer Brustkrebs-Operation den Druckschmerz bei den Patientinnen.

Mehr Trost als Mitgefühl seien die Herzkissen für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, sagt Birgit Koutecky, die jetzt mit ihrem Team den achten Herzkissen-Aktionstag auf die Beine stellte. Diese besonderen Trösterkissen mildern nach einer Brustkrebs-Operation den Druckschmerz bei den Patientinnen. 16 Nähmaschinen rattern im Takt, jeder Stich verbindet die bunten Stoffe, die anschließend mit Füllmaterialien ausgestopft werden. „So viele Nähmaschinen hatten wir noch nie an Bord“, staunt Birgit Koutecky im Gesundheitspavillon am St.-Vincenz-Krankenhaus.

40 Frauen

Über 40 Frauen sind bereits am frühen Morgen fleißig, damit auch die achte Herzkissen-Aktion wieder ein Erfolg wird. Sie schneiden Stoffe in Herzform aus, nähen, formen, füllen. Fast alle von ihnen sind „Wiederholungstäterinnen“.

Zwei von ihnen hat Birgit Koutecky als neue Mit-Organisatorinnen gewinnen können: Brigitte Reuter ist selbst Betroffene. Ihre Brustkrebserkrankung ist fünf Jahre her. Das Kissen, das sie damals erhalten hat, besitzt sie noch immer. „Ich fühle mich in dieser großartigen, zusammengewachsenen Familie wohl“, sagt die 58-Jährige. Stefanie Schwanewedel ist seit vier Jahren dabei. Sie hatte damals von der Aktion in der Zeitung gelesen und brachte eine große Tasche voller selbst gefertigter Herzkissen auf die Station der erkrankten Frauen ins Vincenz-Krankenhaus. „In meiner Familie gibt es Betroffene, deshalb wollte ich gerne helfen“, erklärt die 30-Jährige ihre Motivation.

Im letzten Jahr gab es 150 Neu-Brustkrebs-Erkrankungen, die Nachfrage nach den Kissen ist ungebrochen. Zwei sehr junge Patientinnen sollen zu ihren Kissen auch jeweils ein kindgerechtes Herz für ihren Nachwuchs erhalten. „Von Mama“ steht darauf, eine rührende Geste. Neu im Programm sind Nackenkissen. Die gehen als kleiner bunter Gruß ins Elisabeth-Hospiz und sollen den Bewohnern ein angenehmes Sitzen oder Liegen bieten.

„Unsere Aktion bleibt wichtig“, sagt Birgt Koutecky. Dr. Dorothee Drüppel, Chefärztin der Gynäkologie des Vincenz-Krankenhauses, schaut vorbei. Sie hat Flyer mitgebracht und macht auf den noch recht neuen Förderverein „Hilfe bei Frauenkrebs – Datteln“ aufmerksam. Der gemeinnützige Verein unterstützt auch Frauen, die an Eierstock-, Gebärmutter-, Scheiden- oder Schamlippenkrebs erkrankt sind. „Einige dieser Erkrankungen sind relativ unbekannt, deshalb haben die Patientinnen noch keine Lobby. Wir möchten darauf aufmerksam machen,“ erklärt die Medizinerin. Birgit Koutecky hat sich wie in jedem Jahr ein kleines Dankeschön für ihre Helferinnen einfallen lassen. An einem Herzkirsch-Teebeutel ist ein kleines Tütchen mit zwei Herz-Zuckerstückchen befestigt. Die hat sie in Handarbeit hergestellt: Zucker in Wasser aufgelöst, alles in Herzpralinenformen gegossen und trocknen lassen.

Die fleißigen Handarbeiterinnen freuen sich über das individuelle Geschenk. Unter ihnen sind auch Dorothee Kainka und Margret Hilbig. Sie finden es wichtig, die Aktion zu unterstützen. Margret Hilbig ist selbst betroffen und möchte anderen Patientinnen Mut machen.

Stolzes Ergebnis

Dorothee Kainka ist zum achten Mal dabei. Sie schätzt das Engagement von Birgit Koutecky und ist noch immer überrascht, wie man mit geringem Aufwand so ein großartiges Resultat erzielen kann. Am Ende eines langen Handarbeitstages steht das stolze Ergebnis fest: 206 große Kissen, 78 mittlere, 82 Port- und 5 Nackenkissen.

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