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14.856 Knöllchen klemmten die Stadt-Mitarbeiter 2018 unter die Wischblätter der Autos.

Stadt Datteln

Eine Mio. Euro aus dem Geldbeutel der Autofahrer

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DATTELN - Knöllchen und Parkgebühren sind für die Stadt eine sichere Einnahmequelle - 2018 kassierte die Stadt auf diesem Wege erneut mehr als eine Million Euro. 1402 Bußgelder wurden 2018 verhängt.

Seit 2016 gelingt es der Stadt, keine neuen Schulden mehr zu machen. Ein wichtiger Beitrag dazu kommt aus dem Geldbeutel der Autofahrer – in Form von Parkgebühren und Knöllchen wegen Falschparkens. Den Kämmerer freut diese sichere Einnahmequelle, die Autofahrer ärgert es.

2018 kassierte die Stadt auf diesem Wege erneut mehr als eine Million Euro – exakt waren es 1,056 Mio. Euro. Diese Zahl nennt Stadtsprecher Dirk Lehmanski auf Anfrage unserer Redaktion. Im Jahr 2017 waren es sogar knapp 100.000 Euro mehr.

Den dicksten Batzen machten 2018 wieder die Parkgebühren aus, die die Stadt im Zuge des Stärkungspaktes 2012 einführte, sehr zum Ärger von Autofahrern und Kaufmannschaft, da in Datteln bis dahin Freiparken galt und das ein echtes Pfund war, mit dem der Einkaufsstandort Datteln wuchern konnte. Aber die Zeiten sind vorbei. Stolze 841.000 Euro warfen die Autofahrer in die 20 City-Parkscheinautomaten. Das vierte Quartal 2018 war mit knapp 230.000 Euro das einnahmestärkste, obwohl im Dezember rund 9000 Euro weniger eingenommen wurden als 2017. Das liegt vermutlich an dem erfolgreichen Vorstoß der Linken, im Advent auf Parkgebühren ab 16 Uhr zu verzichten. Der Antrag fand eine knappe Mehrheit im Stadtrat. Am wenigsten kassierte die Stadt mit 197.000 Euro im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Damit ist die Einnahmesumme über Parkgebühren erneut gestiegen. 2017 lag die Summe bei knapp 800.000 Euro. Die Parkscheinautomaten entpuppen sich damit einmal mehr als Goldesel für die klamme Stadtkasse.

Dagegen nimmt die Zahl der Knöllchen und damit auch die Höhe der Einnahmen durch Verwarngelder immer weiter ab. 2017 wurden noch 16.484 Verwarnungen von Ordnungsamtsmitarbeitern geschrieben (im Jahr zuvor waren es sogar mehr als 19.000). Im letzten Jahr klemmten die Knöllchen-Sheriffs 14.856 „Tickets“ unter die Scheibenwischer. 1402 Verwarnungen wurden zu Geldbußen, weil nicht rechtzeitig gezahlt worden war. 620 Verfahren wurden eingestellt. In 128 Fällen wurde Erzwingungshaft angeordnet, weil sich Parksünder weigerten, zu zahlen. Dass tatsächlich jemand aber wegen eines Parkvergehens ins Gefängnis geht, kommt äußerst selten vor. Gezahlt wird in allerletzter Sekunde doch noch.

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