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Das Angebot im Offenen Ganztag ist breit aufgestellt: Neben verschiedenen AGs gibt es auch Hilfe bei den Hausaufgaben.

Stadt Datteln

Die nächste Baustelle

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DATTELN - In der Kanalstadt fehlen nicht nur Kita-Plätze. Auch beim Offenen Ganztag muss die Stadt ihre Planung nachbessern.

Die Debatte um den Bau einer neuen Kita am Ostring hatte politisch hohe Wellen geschlagen. Doch unabhängig von den knapp 100 zusätzlichen Kita-Plätzen, die im August 2020 zur Verfügung stehen sollen, muss die Stadt bereits in diesem Jahr ihre Bedarfsplanung nachbessern. Denn es fehlen bereits fürs Kita-Jahr 2019/2020 knapp 140 Plätze. Aber das ist nicht die einzige Baustelle für den neuen Jugendamtsleiter Peter Wenzel.

Von der Realität eingeholt

Denn ganz offensichtlich ist die Stadt bei der Bedarfsplanung für die Offenen Ganztagsschulen (OGS) ebenfalls von der Realität eingeholt worden. In konkreten Zahlen ausgedrückt heißt das: Fürs neue Schuljahr fehlen gut 70 Plätze im Stadtgebiet. Besonders prekär ist die Lage an der Lohschule, obwohl dort vor gar nicht langer Zeit erst ein OGS-Anbau eingeweiht worden ist. Aber der reicht offenbar nicht aus, um den Bedarf zu decken. Im Jugendamt liegen 216 Bedarfsmeldungen von Eltern vor, 137 für die OGS-Betreuung und 79 für die sogenannte „Verlässliche Grundschule von 8 bis 13 Uhr“. An der Lohschule stehen aber lediglich 178 Betreuungsplätze zur Verfügung, es fehlen also 38 Plätze. „Wir sind in Gesprächen mit der Schule und dem OGS-Träger, wie wir das Problem vor allem für die Spitzenzeiten mit hohem Betreuungsbedarf lösen können“, sagt Jugendamtsleiter Peter Wenzel im Gespräch mit unserer Redaktion. Erfahrungsgemäß würden sich die Bedarfsanmeldungen im Laufe der nächsten Wochen noch nach unten korrigieren. Als letzten Notnagel nennt Wenzel eine Containerlösung an der Lohschule.

Wie kommt es zu so einer Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage? Die Stadt ist bei ihren Planungen von gleichbleibenden Schülerzahlen ausgegangen. Trotzdem ist der Bedarf an OGS-Betreuungsplätzen gestiegen, weil immer mehr Eltern trotz gleichbleibender Schülerzahlen ihre Kinder an der OGS anmelden wollen. Und Peter Wenzel geht davon aus, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird.

Das zeigt sich auch an der Mecki-Schule. Auch hier gibt es mehr Anfragen fürs neue Schuljahr als Plätze. Aktuell sind 115 Jungen und Mädchen in der Betreuung an der OGS der Mecki-Schule. Fürs neue Schuljahr liegen 141 Bedarfsanmeldungen vor – eine Lücke von 26 Plätzen.

Verbesserungen in Sicht

Für den Dattelner Süden ist allerdings eine Verbesserung in Sachen OGS-Betreuung absehbar. Sowohl an der Böckenheck- als auch an der Mecki-Schule sind neue OGS-Anbauten vorgesehen. Im Mai sollen an beiden Standorten die Baustellen dafür eingerichtet werden, sagt Stadtsprecher Dirk Lehmanski. Der Neubau an der Mecki-Schule habe allerdings Priorität. Dort werden 140 Plätze geschaffen, an der Böckenheckschule sind es 120. 3,6 Mio. Euro werden insgesamt investiert, 1,8 Mio. Euro stammen davon aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von 12 und 15 Monaten. Damit ist allerdings nicht der steigende Bedarf im Innenstadtbereich abgedeckt. Will man kein Provisorium schaffen wie zum Beispiel eine Container-Lösung, dürfte die Stadt um einen weiteren Neubau nicht umhinkommen. Die nächste Baustelle eben.

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