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Vier Leitprojekte, die Impulse für die Entwicklung der Innenstadt bringen sollen, hat das Quartiersmanagement im Handlungskonzept ausgewiesen. Das sind das Rathaus-Umfeld (oben, li.), der Schemm-Platz (oben, re.), das Tigg-Quartier (unten, li.) und die Hohe Straße (unten, re.), die noch mehr als bisher zur „guten Stube“ werden soll.

Stadtplanung

Holpriger Neustart für die Innenstadt

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Datteln - Für die Leitprojekte Tigg, Hohe Straße, Schemm und Rathaus müssen Förderanträge gestellt werden. Die Politik fühlt sich überrumpelt.

Seit Juni arbeitet das neue Quartiersmanagement mit Hochdruck an der Neugestaltung für Dattelns Innenstadt, in der seit Jahren der Stillstand regiert. Basierend auf dem Handlungskonzept für die City, dessen erster Entwurf aus 2016 stammt, haben die Quartiersmanagerinnen um Projektleiterin Annika Siebert dieses Konzept fortgeschrieben und in der vergangenen Woche dem Ausschuss für Stadtplanung präsentiert.

Von dem gab es zwar viel Lob für die engagierte Arbeit der Siebert-Truppe, aber auch massive Kritik am zeitlichen Ablauf. Bis zum 2. November müssen Anträge bei der Bezirksregierung Münster auf dem Tisch liegen, um Fördergelder für 2019 zu beantragen. Der Ausschuss fühlt sich überrumpelt. Tenor: Hier müssten in kurzer Zeit Entscheidungen getroffen werden, die die Innenstadt für die nächsten 20 bis 30 Jahre prägen würden.

Stadtspitze von Kritik überrascht

Die Argumentation der Politik, die sogar in Kauf nehmen will, dass einige der geplanten Förderanträge erst in einem Jahr gestellt werden sollen, hat sowohl das Quartiersmanagement als auch die Stadtspitze – gelinde gesagt – überrascht. Natürlich bestehe ein gewisser Zeitdruck, sagt Annika Siebert im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sie verweist aber auf die Stadtteilkonferenz Ende September, bei der Bürgern und Politik der Fahrplan für den Neustart der Innenstadt ausführlich vorgestellt wurde. Eine eigene Präsentation für die Lokalpolitik hat es nicht gegeben. Bürgermeister André Dora moniert, dass alle Fraktionen im Nachgang zu dieser Konferenz eigens per Mail dazu aufgefordert wurden, Kritik, Anregungen und Wünsche zu dieser Thematik dem Quartiersmanagement mitzuteilen. Resonanz: null!

Dora soll, so der Wunsch des Ausschusses, in den kommenden Tagen den Diskussionsprozess mit den Fraktionen moderieren und offene Frage beantworten. Annika Siebert würde sich freuen, wenn bis Ende Oktober Klarheit herrscht, damit 2019 Geld für die weiteren Planungen zur Verfügung steht.

Die Quartiersmanagerin betont gegenüber unserer Redaktion, dass es zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht um konkrete Bauplanungen gehe, sondern um notwendige Fördergelder für weitere Planungsschritte. „Wir halten es für zwingend notwendig, einen Wettbewerb für die Entwurfsplanung durchzuführen, die die gesamte Innenstadt mit einbezieht und nicht nur punktuelle Flächen betrachtet. Wir brauchen ein Gesamtbild. Das ist quasi die Grundlage für den weiteren Diskussionsprozess.“ Und dieser würde natürlich dann auch intensiv mit der Politik geführt, wenn konkrete Vorschläge für die Entwicklung der einzelnen Innenstadtbereiche auf dem Tisch lägen.

Förderantrag umfasst sechs Punkte

Der Antrag auf Fördermittel für 2019 umfasst sechs Punkte: Mobilitätskonzept, Hof- und Fassadenprogramm, Wettbewerb Entwurfsplanung Hohe Straße, Tigg und Neumarkt, Gestaltung des Schemm, Vermarktung und Corporate Design für die Innenstadt sowie eine Gestaltungsfibel für die City. Das Antragsvolumen umfasst eine Summe von 860.000 Euro.

Erst im Förderantrag für 2020 geht es dann um konkrete Baumaßnahmen, zum Beispiel um die Neugestaltung der Fußgängerzone, den Umbau des Tigg-Quartiers, ein Beschilderungssystem, einen Radweg entlang des Mühlenbachs zur City oder einen Beleuchtungsfaden. Geplantes Fördervolumen: rund 4,6 Mio. Euro.

In dem Handlungskonzept zur Innenstadtgestaltung sind vier Leitprojekte ausgewiesen, die aus Sicht des Quartiersmanagements „besonders positive Entwicklungsimpulse“ für die Innenstadt geben soll. Das sind die Hohe Straße, der Schemmplatz (hier geht es um die Gestaltung des städtischen Teils, nicht um das im Privatbesitz befindliche Gelände des heutigen Autohändlers), das Tigg-Quartier sowie das Rathaus, bzw. das Rathausumfeld.

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