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Personal ist teuer: In 2018 sind im Haushalt 24,4 Mio. Euro für Personalkosten ausgewiesen.

Stadtverwaltung

Personalkosten im Rathaus steigen

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Datteln - In diesem Jahr muss der Steuerzahler für die Mitarbeiter im Rathaus 24,4 Mio. Euro zahlen – drei Mio. Euro mehr als noch 2012.

Höhere Steuerhebesätze zu Lasten der Dattelner Bürger auf der einen und Personalabbau in der Stadtverwaltung auf der anderen Seite: das sind zwei wichtige Eckpfeiler des 2012 eingeführten Haushaltssanierungsplans, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen und Neuverschuldung zu vermeiden. Nun: Die Steuereinnahmen insbesondere bei der Grundsteuer B – der Wohnsteuer – sprudeln reichlich und konstant. Für 2019 stehen neun Mio. Euro im Haushalt, das ist fast doppelt so viel wie noch 2012. Die Personalkosten im Rathaus allerdings sind nicht gesunken. Im Gegenteil – sie steigen.

Im Sanierungsplan ist 2012 der Abbau von 70 Vollzeitstellen (105 Mitarbeiter) festgezurrt worden. Bis heute sind nach Angaben von Personaldezernent Dirk Franke 50 Vollzeitstellen über die sogenannte Fluktuationsliste abgebaut worden. Die restlichen 20 Stellen fallen bis 2021 weg – so der Plan. Aber warum sind die Personalkosten trotzdem gestiegen? Franke erklärt das im Gespräch mit unserer Redaktion damit, dass der Stadt zusätzliche Aufgaben von höherer Stelle aufs Auge gedrückt worden sind. Das habe Neueinstellungen erforderlich gemacht, erklärt Franke, was letztlich nicht zur Absenkung, sondern zum Anstieg der Personalkosten geführt habe.

Personal im Bereich Asyl und Rettungsdienst musste aufgestockt werden

So habe die Stadt unter anderem im Bereich Asyl, beim Rettungsdienst (neuer Rettungsdienstbedarfsplan) und im Jugendamt (zu hohe Fallzahlen pro Mitarbeiter) aufstocken müssen. Zudem müsse die Stadt städtische Jobcenter-Mitarbeiter einstellen als Ersatz für dort ausgeschiedene Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Unterm Strich führt diese Entwicklung dazu, dass tatsächlich nur zehn Vollzeitstellen im Zeitraum 2012 bis 2018 abgebaut werden konnten. 2012 waren es noch 385 Vollzeitstellen, in diesem Jahr sind es 375. Flankiert durch regelmäßige Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst stiegen die Personalkosten im Dattelner Rathaus von 21,4 Mio. Euro in 2012 auf 24,4 Mio. Euro in diesem Jahr, also ein Plus von rund drei Mio. Euro. Allein von 2015 bis 2018 sattelte die Stadt beim Personal rund eine Mio. Euro drauf.

Bürgermeister André Dora spricht angesichts der bislang 50 abgebauten Vollzeitstellen von einer extremen Belastung in vielen Teilen der Stadtverwaltung und stellt auch inzwischen infrage, ob diese rigorose Stellenstreichung, mit der Datteln im Kreis Recklinghausen gewissermaßen ein Alleinstellungsmerkmal habe, der richtige Weg gewesen sei. Die Arbeitsverdichtung jedenfalls spiegelt sich auch in der Entwicklung des Krankenstandes wider. 2010 verzeichnete man im Rathaus durchschnittlich 16,4 Fehltage. Dieser Wert ist 2017 auf 22,8 gestiegen, ein Plus von 6,4 Fehltagen.

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