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Pfarrer em. Hans Overkämping hielt einen beeindruckenden Vortrag zu den Anfängen der Hospizarbeit im Elisabeth-Hospiz.

Sterbebegleitung

Vortrag zu Anfängen der Hospizarbeit

Datteln - Pfarrer em. Hans Overkämping berichtet über die schwere und arbeitsintensive Anfangszeit der Hospizbewegung in Deutschland.

Einmal im Monat findet im Elisabeth-Hospiz die Vortragsreihe „Hospiz am Donnerstag“ statt. Jetzt war Pfarrer em. Hans Overkämping eingeladen, der vor wenigen Wochen das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Er hielt einen Vortrag zu den Anfängen der Hospizarbeit, die er in Deutschland ideenreich und inhaltlich mit auf den Weg gebracht hat.

Er ist kein Mann der großen Gesten. Er redet nicht nur, er ist auch ein hemdsärmeliger Macher, der genau da hinschaut, wo es Missstände gibt. Und die gibt es zuhauf, als Overkämping als Krankenhausseelsorger im Elisabeth-Krankenhaus in Recklinghausen-Süd startet. Auf Deutschlands erster Krebsstation im Elisabeth-Krankenhaus wird er mit vielen Menschen an ihrem Lebensende konfrontiert. Overkämping stößt schnell an seine Grenzen, als er bemerkt, dass der Tod in einem Krankenhaus kein Thema ist. Erfolgreiche Behandlungsmethoden stehen vor Misserfolgen, die Ankunft eines Menschen wird gefeiert, sein Weggehen flüsternd weitergegeben.

Ein Sterbezimmer allein kann Situation nicht auffangen

Und genau damit beginnt der Vortrag des 78-Jährigen. Overkämping liest nicht vom Blatt ab, er spricht aus seinen Erinnerungen heraus, als sei das Erlebte gestern gewesen. Seine Zuhörer sind beeindruckt, es ist kein leichter Weg, für den sich der Geistliche vor über 30 Jahren entschieden hat. Er klopft an Türen, merkt an und wird nicht müde, sich für sterbende Menschen, die ein besonderes Umfeld verdient haben, einzusetzen. Auf einer Pilgerreise nach Assisi begleitet ihn der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, Norbert Homann; der lässt sich auf dieser Reise peu à peu auf die Gedankengänge und Ideen von Overkämping ein. Beide beschließen, mithilfe der Pflegedienstleiterin Schwester Reginalda Kuss einen neuen Weg in der Sterbebegleitung einzuschlagen.

Schnell zeigt sich, dass die Begleitung innerhalb eines Krankenhauses nicht möglich ist. Ein Sterbezimmer allein kann die Situation nicht auffangen, Alter, Krankheit und Tod verdienen einen eigenen Platz. Am 29. April 1986 stellen die drei engagierten Menschen ihre Gedanken über die Einrichtung eines Hauses für unheilbar Kranke erstmals dem Kuratorium und den Gesellschaftern des Elisabeth-Krankenhauses vor. Es folgt die Gründung des neuen Vereins „Hospiz Zum Heiligen Franziskus e.V.“. Ein Name, der an die Pilgerfahrt nach Assisi und den Sonnengesang des Heiligen Franziskus, in dem er den Tod als „Bruder“ bezeichnet hat, erinnern soll. Was so einfach klingt, ist es nicht. Es kostet viel persönlichen Einsatz, die Idee und Inhalte der Hospizarbeit auf den Weg zu bringen: Politik, Behörden, Bevölkerung und auch die Kirche müssen überzeugt werden.

Overkämping hat Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen

Besucht Overkämping ein Krankenhaus, ist sein erstes Anliegen die Sterbebegleitung von Patienten. Er wird vor über 25 Jahren der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverband NRW und ist bis heute nicht müde geworden, mit seinem Erfahrungsschatz zu unterstützen.

Für sein Lebenswerk hat er den Ehrenpreis des Hospiz-Bundesverbandes verliehen bekommen. Titel sind Overkämping nicht wichtig, es ist der Mensch, der in seinem Fokus steht. Etwa 200 Hospize und mehr als 1000 Hospizvereine gibt es mittlerweile in Deutschland. Overkämping erwähnt die unermüdlichen Ehrenamtlichen, über die jedoch auch nicht die Pflegekräfte vergessen werden dürften, deren Arbeitseinsatz ebenfalls großen Respekt verdiene. Seinen Arbeitseinsatz lässt der eigentliche Ruheständler außen vor. Er weiß: „Es gibt noch immer viel zu tun, packen wir es an.“

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