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Ob Chillen im Strandkorb oder Grillen am künstlichen See - Murray Kruger führt am Samstag seine Vorstellung von Strandleben auf dem Campingplatz vor.

Südafrikaner zeltet und macht daraus Kunst

Chillen und grillen

DATTELN. - Sein Zelt steht am Brückenweg 1 – neben dem Sandstrand auf dem Campingplatz Wehlingsheide. Seit drei Wochen lebt Murray Kruger dort und beobachtet die Menschen. Der Künstler aus Südafrika lässt sich vom Klosterner Strandleben inspirieren. Samstag stellt er seine Vision von Sommerurlaub auf dem Campingplatz vor.

Die öffentliche Performance (Aufführung) ist Teil der Aktion „Archipel inVest“, die an diesem Wochenende an verschiedenen Standorten im Vest Kunst-Häppchen bietet. Das Strand-Archipel in Klostern ist einer davon.

Murray Kruger (25) hat sich Zeit genommen zu studieren, wie die Menschen ihre Freizeit verbringen. Der Kunststudent aus Johannesburg spricht kein Deutsch, ist auf seine Beobachtungsgabe angewiesen.

Er sieht, wie Kinder mit Sand, Wasser und Steinen spielen, wie die Eltern sie dabei unterstützen oder zurechtweisen. „Das erinnert mich sehr an Strandurlaube in meiner Jugend“, sagt er. Ob spielende Kinder, chillende oder grillende Erwachsene, Hundehalter, die mit ihren Tieren Gassi gehen – was davon in seine Darbietung einfließt, das entscheidet er spontan.

Allerdings hat der 25-Jährige das Strandleben, das er aufführen möchte, in den vergangenen Wochen selten so erleben können. Das Wetter war einfach zu schlecht. Ungewohnt für den sonnenverwöhnten Südafrikaner.

Jeden Tag ist er mit dem Rad nach Datteln gefahren, hat sich die Stadt angeschaut. Eine besondere Herausforderung. „In Johannesburg fahre ich nicht mit dem Fahrrad. Und jetzt musste ich auch noch einen Regenschirm dabei festhalten.“

Datteln, die Kanäle, das Kraftwerk – all das hat ihn beeindruckt. Was ihn aber irritiert, ist die deutsche Gründlichkeit bei der Gartenpflege. „Den ganzen Tag werden hier Rasen und Hecken geschnitten.“

Viele Menschen hat er getroffen, mit einigen konnte er sich auf Englisch unterhalten. Mit den Holländern auf dem Campingplatz war die Verständigung überhaupt kein Problem. „Afrikaans ist dem Niederländischen sehr ähnlich.“

Die öffentliche Vorstellung beginnt am 19. Juli, um 16 Uhr auf dem Campingplatz Wehlingsheide.

Drei Wochen Zelten in einem fremden Land, keine Verbindung (Handy, Laptop) zu Familie und Freunden.. „Da kommt schon Sehnsucht nach Zuhause auf“, sagt Murray Kruger. Am Sonntag verlässt er sein Strand-Archipel im Vest, dann geht’s heim.

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