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Bis zu achtzig Kisten pro Tour sammeln die ehrenamtlichen Fahrer täglich beim hiesigen Handel ein. Da ist es gut sich auf die Hilfe der Kollegen verlassen zu können.

Tafel sucht Helfer

Das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun

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Datteln - Die Fahrer sorgen dafür, dass die Waren der Spender bei der Dattelner Tafel ankommen. Wir haben sie an einem Arbeitstag begleitet.

Es dürfte ein ganz normaler Morgen gewesen sein, als Ulrich „Uli“ Karthaus die Dattelner Morgenpost aufschlägt und auf einen Bericht über die Arbeit der Dattelner Tafel stößt. Die letzten Arbeitstage als Anwalt sind längst angebrochen und die Rente steht kurz bevor. Nur zu Hause herumsitzen kam für Uli nicht in Frage. Kurzerhand stellte er sich bei der Tafel vor. „Wo man mich einsetzt, das war und ist mir egal. Ich wollte ja dort helfen, wo es nötig ist“, blickt Uli zurück „Damals wurde halt ein Fahrer gebraucht. Seitdem fahre ich jeden Mittwoch die Supermärkte der Umgebung ab und sammle dort die Spenden ein.“

Das gute Gefühl gebraucht zu werden

Morgens um halb neun belädt Uli mit seinen Team-Kollegen den Transporter mit leeren Körben. „Die Tour dauert etwa zwei bis drei Stunden. Je nachdem, wie viel die Märkte spenden“, beschreibt Uli seine Tour. Dann fährt er an die Laderampen der Märkte, wo die Spenden meistens schon bereitstehen. „Die müssen wir dann aber noch sortieren“, erklärt Uli „Denn wir dürfen nicht alles mitnehmen.“ Sorgfältig kontrolliert er die Mindesthaltbarkeitsdaten und sortiert schlechtes Obst und Gemüse aus. „Fleisch muss ich auch hier lassen“, erläutert Uli, während er mit erfahrenem Blick die Spenden sichtet „Das dürfen wir nicht in den Verkauf bringen.“

Bis zu achtzig Kisten sammeln Ulrich Karthaus und seine Kollegen während so einer Tour ein. „Das kann schon mal anstrengend werden“, beschreibt er den Arbeitsalltag „Vor allem im Sommer oder kurz vor Weihnachten. Aber am Ende geht man, mit dem Wissen einen wertvollen Beitrag geleistet zu haben, zufrieden nach Hause.

Die Kollegen sind für einen da

Sein Kollege Rüdiger Mund blickt auf eine ganz andere Geschichte zurück. Der gelernte Bergmechaniker musste seinen Job auf der Zeche krankheitsbedingt an den Nagel hängen. Es folgte eine unglaubliche Odyssee durch unterschiedlichste Maßnahmen des Arbeitsamtes und des Jobcenters. Nach unzähligen Qualifizierungsmaßnahmen landet er schließlich bei der Tafel. Und auch er wird als Fahrer eingesetzt. „Da kann ich meine Kräfte ganz gut kontrolliert einsetzen. Denn immerhin ist das ganze Team sehr hilfsbereit. Und wenn einmal etwas nicht geht, dann sind die Kollegen sofort da“, so Rüdiger. Ein Jahr war er im Rahmen einer weiteren Maßnahme bei der Tafel tätig. Nachdem diese beendet war, blieb Rüdiger aber als Ehrenamtler. „Ich habe als Familienvater auch eine Vorbildfunktion“, erklärt Rüdiger mit fester Stimme. „Da kann ich nicht zu Hause rumgammeln und warten, dass die Dinge sich von selbst zum Besseren wenden.“

INFO Nächster Schnuppertag: 22. November, 12 Uhr, Dattelner Tafel, Kirchstraße 29, Datteln.

Doch nicht nur seine Vorbildfunktion ist ihm wichtig. „Ich möchte vor allem einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten“, Rüdiger ist überzeugt von der Sinnhaftigkeit seiner Tätigkeit bei der Tafel. So kommt auch er ein bis zweimal in der Woche her, um seinen Beitrag zu leisten. Und am Ende des Tages geht er ebenso zufrieden nach Hause wie sein Kollege.

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