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ARCHIV - 25.09.2018, Brandenburg, Jacbobsdorf: Im Sonnenaufgang drehen sich Windenergieanlagen des Windparks "Odervorland". (Zu dpa "Kreise: Ökostrom-Umlage sinkt") Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung

Vorbei mit der Ruhe: Es gibt neue Windparkpläne für Datteln

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DATTELN - Am Dienstag wollen Unternehmen der Politik ihre Vorhaben vorstellen – aber hinter verschlossenen Türen.

Jahrelang war in Datteln Ruhe in Sachen Windräder. Das könnte sich allerdings bald ändern. Die Unternehmen GP Joule GmbH und die BBWind Projektberatungsgesellschaft mbH sowie die Gelsenwasser AG wollen am kommenden Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung über die mögliche Errichtung von Windkraftanlagen auf Dattelner Stadtgebiet informieren. Interessierte Bürger bleiben allerdings außen vor. Denn die Vorstellung findet im nichtöffentlichen Teil zu Beginn der Sitzung statt – hinter verschlossenen Türen.

Zwei Standorte kämen in Frage

Konkret geht es um zwei Standorte für mögliche neue Windparks. Die GP Joule GmbH liebäugelt mit dem östlichen und südöstlichen Teil am Kraftwerk Datteln 4. Die Gelsenwasser AG hat Interesse am Datteler Berg. Und da werden schnell Erinnerungen an das Jahr 2011 wach. Denn da gab es eine kontroverse Debatte um eben den Standort Datteler Berg. Der Natroper Landwirt Mathias Brauckmann-Berger hatte vor, dort einen Windpark zu errichten und stieß auf erbitterten Widerstand unter anderem der Anwohner des Baugebietes Datteler Berg II. Drei bis fünf Windräder sollten dort errichtet werden in Form eines Bürger-Windparks. Bürger sollten Anteile kaufen und später am Gewinn beteiligt werden. Das Ende vom Lied: Aufgrund des Widerstands in der Bevölkerung gab der Landwirt das Projekt auf.

Dattelns Politik hat im Gegensatz zu anderen Gemeinden darauf verzichtet, im Flächennutzungsplan der Stadt sogenannte Vorrangzonen für Windparks auszuweisen. Wie Stadtplaner Andreas Beilein auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, gebe es in Datteln ohnehin nur drei Standorte, wo ein solcher Park mit mehreren Windrädern windtechnisch in Frage kommen könnte – am Datteler Berg, am Kraftwerk sowie in den Rieselfeldern auf dem Gebiet des geplanten newPark. Nur hier gebe es genügend Wind, damit sich ein Windpark rechnet, so Andreas Beilein.

Ganz am Anfang aller Überlegungen

Die Projektentwickler, die diese Vorhaben an den beiden Standorten ins Auge gefasst haben, stünden aber noch ganz am Anfang ihrer Überlegungen. „Wir wollten das nutzen, um die Politik frühzeitig bei diesem Thema einzubinden“, so Beilein. Er weiß natürlich, dass die Errichtung solcher Windparks nicht nur auf Gegenliebe in der Bürgerschaft stößt. Zumal Beilein davon ausgeht, dass – sollten die Projekte genehmigungsfähig sein – die modernsten Anlagen gebaut würden. Also echte Ungetüme mit einer Nabenhöhe von 180 Metern. Mit dem Rotor kommen sie dann auf eine Höhe von 230 Metern.

Noch ist nichts entschieden. Zunächst muss eine Machbarkeitsstudie erstellt werden und jede Menge Gutachten erarbeitet werden, zum Beispiel in Sachen Naturschutz, Artenschutz oder Abstand zur Wohnbebauung etc. Für das Genehmigungsverfahren ist in erster Linie die Kreisverwaltung in Recklinghausen zuständig. Die Stadt Datteln werde lediglich dazu gehört, so Beilein. Sollten die Projektbetreiber alle Auflagen erfüllen, habe die Stadt keine Möglichkeit, das Vorhaben zu verhindern, macht der Stadtplaner deutlich. Er verweist auf mehrere Rechtsprechungen, wonach Städte der Windenergie substanziellen Raum einräumen sollen.

Die Frage, warum hinter verschlossener Tür darüber gesprochen wird, beantwortet Stadtsprecher Dirk Lehmanski so: „Da die genehmigungsrechtlichen Fragen und Vertragsmodalitäten derzeit noch nicht geklärt sind, haben die Unternehmen ein schutzwürdiges Interesse und sollen ihre Projekte unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorstellen können.“

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