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Das Brieftaubenwesen gehört in NRW offiziell zum Immateriellen Kulturerbe. Tierschutzverbände hatten versucht, dies zu verhindern.

Tierisches

Brieftaubensport spaltet die Gemüter

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Datteln - Das Brieftaubenwesen ist offiziell Immaterielles Kulturerbe. Auch die rheinische Sankt Martinstradition und die Bolzplatzkultur zählt künftig zum Kulturerbe des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. und die Tierschutzorganisation PETA hatten sich kritisch geäußert — dennoch wurde das Brieftaubenwesen vergangene Woche offiziell in das „Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen, wie eine Sprecherin des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf mitteilte. Auch die rheinische Sankt Martinstradition und die Bolzplatzkultur zählt künftig zum Kulturerbe des Landes Nordrhein-Westfalen.

Tierschutzverbände brachten verschiedene Kritikpunkte an, um die Aufnahme des Brieftaubenwesens als „Immaterielles Kulturerbe“ zu verhindern: Brieftauben würden bei Preisflügen Distanzen zurücklegen, die sie an ihre Leistungsgrenze bringen. Es käme durch Tod und Verletzung der Tiere zu hohen Verlustraten und einige Tauben würden sogar aus Leistungsgründen getötet.

Zahl der Taubenzüchter in der Region ist stark gesunken

„Da wird einem schlecht! Das stimmt nicht“, sagt Karl-Heinz Linnenberg, Vorsitzender und Geschäftsführer der Reisevereinigung Emscher-Lippe. Er könne die Kritikpunkte der Tierschutzverbände nicht verstehen: „Wir würden nie eine Taube losschicken, die es nicht schaffen könnte“, so Linnenberg. Die Taubenzüchter wären mit Leidenschaft dabei und würden sich gut um ihre Tauben kümmern. Außerdem würde ein Tierarzt die Tauben betreuen.

Die Zahl der Taubenzüchter in der Region ist stark gesunken. Um 1950/60 rum habe es in Datteln noch 240 Züchter gegeben. Heute seien es in Datteln und Olfen nur noch 36 Züchter. „Früher war es das Hobby des Bergmannes“, erzählt Linnenberg. „Im Beisenkamp hatte jedes zweite Haus Tauben.“ Aber es sei ein teures Hobby und die jungen Leute hätten heute einfach andere Interessen wie Fußball oder Handball spielen. „Wir würden von Nachwuchs träumen, aber Taubensport ist wirklich sehr zeitintensiv“, sagt Linnenberg.

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